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USS PC 619

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Die USS PC-619 war ein U-Jäger der PC-461-Klasse der amerikanischen United Staates Navy.
Der Kiel des U-Jägers wurde am 29.04.1942 bei George Lawley &. Sons, Inc. in Neponset gelegt. Der Stapellauf erfolgte am 15.08.1942 und die Indienststellung am 16.09.1942.
Das Schiff hatte eine Verdrängung von 450 ts. Es war 53,00 m lange, 7,00 m breit und hatte einen Tiefgang von 2,00 m. 2 x Fairbanks Morse 38D8 1/8 Dieselmotoren erzeugten eine Leistung von 1.440 PS. Diese konnten das Schiff auf bis zu 22,2 kn (37,4 km/h) beschleunigen. Die Besatzungsstärke betrug 65 Mann.
Bewaffnet war PC-619 mit: 1 x 76 mm/50 Kanone vorn, 1 x 76 mm/50 oder 40 mm Bofors achtern, 3 oder 5 20mm Kanonen auf der Brücke. 2 oder 4 K-Wabowerfer, 2 Wasserbombengestelle.
Einsatzgeschichte
Nach der Erprobung vor der Küste Neuenglands fuhr die PC-619 nach Miami, um im dortigen Submarine Chaser Training Center eine Ausbildung durchzuführen. Die weitere ASW-Ausbildung sollte in Key West stattfinden. Am 29.09.1942 wurde sie für bereit befunden, eine aktive Rolle in der "Donald Duck Navy" zu übernehmen. Der erste Einsatz von PC-619 führte sie nach New York, in den Schatten der Freiheitsstatue, zur U.S. Naval Frontier Base in Tompkinsville. Von hier aus absolvierte sie im Laufe mehrerer Monate 11 Konvoifahrten nach Key West, und zum Marinestützpunkt in Guantanamo Bay auf Kuba.
Am 25.03.1944 verließ die PC-619 zusammen mit elf anderen U-Jägern New York, um sich dem Einsatzverband 67 anzuschließen. Dieser bestand aus der USS Moffett (DD-362), einem Veteranen des U-Boot-Kriegs im Atlantik, mit Commander C.M.E. Hoffman, als Task Force Commander, sowie zwei Geleitzerstörer und 18 Flottenschleppern mit 36 Lastkähnen, einige davon mit Decksladung, und dem Flottenölschiff USS Maumee (AO-2). Ihre Aufgabe war es, die Schlepper und die Lastkähne, deren Ziel Plymounth in England war, im Konvoi zu begleiten.
Die Fahrt im Konvoi dauerte 26 Tage, und das bei schlechtem Wetter. Die stürmische See ließ die Schleppleinen reißen. Einige Lastkähne mussten durch Geschützfeuer versenkt werden. Am Montag, dem 17.04.1944, um 16:23 Uhr, nahm die PC-619 vor Lands End, nur zwei Tage vor ihrem Ziel, Sonarkontakt mit einem deutschen U-Boot auf. In Zusammenarbeit mit dem britischen Zerstörer HMS Swift (G.46) unternahm die PC-619 drei Waboangriffe, wobei der Kontakt nach jedem Angriff wiederhergestellt wurde. Beim vierten und letzten Anlauf bildete sich ein großer Ölteppich auf der Meeresoberfläche. Spätere Untersuchungen ergaben, dass es sich um U 986 gehandelt haben sollte. Dies wurde jedoch bei neueren Untersuchungen des Verlustes widerlegt.
Bei ihrer Ankunft in Plymouth, England, am 19.04.1944 wurde PC-619 der Eleventh Amphibious Force zugeteilt. Später nahm sie von Dartmouth aus, dem Sitz des britischen Royal Naval College, an mehreren Übungslandungen teil, um für die bevorstehende Invasion Europas zu trainieren.
Am 04.06.1944 erhielt PC-619 den Befehl, sich mit der Task Force 125.6 - Task Unit 2-UA2 - zu treffen und dann zur Küste der Normandie zu fahren. Der offizieller Codename lautete >>Rust Bucket 619<<. Unter Artilleriebeschuss von der Küste aus und vor dem Hintergrund eines strahlenden Himmels, der durch von Flugzeugen abgeworfene Leuchtraketen erhellt wurde, fuhr PC-619 in das Kampfgebiet ein. Ihre erste Aufgabe, die im Morgengrauen des 06.06.1944 begann, bestand darin, verwundete GIs von einem LST-Landungsschiff zu transportieren und sie auf ein nahe gelegenes Truppenschiff zu bringen.
PC-619 wurde in ein aktiveres Kampfgebiet beordert, warf den Anker und diente als Navigationshilfe für 92 LCIs (Infanterielandungsschiffe), die auf den Strand zusteuerten. Sie blieb mehrere Tage lang in diesem Kampfgebiet und verlegte den Ankerplatz je nach Bedarf in Zusammenarbeit mit anderen Marineeinheiten, die als "Dixie Liners" zur Unterstützung der Bodentruppen am Strand bereitstanden. Ihr Schwesterschiff, die PC-1261, wurde am D-Day, dem 06.06.1944, kurz vor Sonnenaufgang durch einen einzigen Schuss aus einem Landgeschütz versenkt. Sie verloren 14 Mann.
In den frühen Morgenstunden des 10.06.1944 wurde ein tief fliegender deutscher zweimotoriger Bomber gesichtet. Die 40-mm-Kanonenbesatzung von PC-619 begann zu feuern und die Heinkel HE-177 wurde abgeschossen. Die Besatzung holte den einzigen Überlebenden, einen Turmschützen, ab, der sich mit dem Fallschirm in Sicherheit gebracht hatte, bevor die Heinkel auf dem Wasser aufschlug. Der Gefangene, Hermann Goldenbaum, ein Flieger der Luftwaffe, war der einzige Überlebende einer sechsköpfigen Besatzung. Schließlich wurde Goldenbaum auf das LST-312 verlegt, das ihn nach Calshot, England, und später bis zum Ende des Krieges in Gefangenenlager in Illinois und Idaho brachte. PC-619 fuhr in den nächsten Wochen Patrouillen in der Gegend um Pointe Ray de la Persee, Frankreich. Sie sichtete und zerstörte sechs Treibminen und sammelte sieben Leichen von GIs ein, die in dem Gebiet trieben. Vier der GIs wurden auf See bestattet, die anderen wurden zur Beerdigung an Land gebracht.
Am 04.07.1944 erhielt PC-619 wegen eines Problems mit dem Sonargerät den Befehl, zu seinem Stützpunkt in Dartmouth, England, zurückzukehren, um dort zu docken. Später wurde sie zum Geleitdienst im Ärmelkanal zurückbeordert. Dazu gehörte die Begleitung von Versorgungsschiffen durch die Minenfelder vor der französischen Küste. Am 30.08.1944 nahm sie erneut den Patrouillendienst entlang der französischen Küste auf. Außerdem fungierte sie als Hafenverteidigungsschiff in Cherbourg und Le Havre und half bei der Blockade der von Deutschland besetzten Häfen.
Am 07.05.1945, während sie in Le Havre lag, kapitulierte Deutschland. Bei den anschließenden Feierlichkeiten zum Tag des Sieges nahm die Besatzung der PC-619 aktiv an der französischen Siegesparade teil.
Nach der Kapitulation Deutschlands wurden die meisten Patrouillen beendet, und viele PC´s kehrten in ihre Heimathäfen auf dem amerikanischen Festland zurück. PC-619 wurde unter anderem zur Unterstützung bei der Besetzung Deutschlands eingesetzt. Ab dem 15.06.1945 besuchte PC-619 als ranghöchstes Schiff der verbleibenden Schiffe der Zwölften Flotte eine Reihe von Häfen, darunter Ostende, Belgien, Hook, Holland und den niederländischen Marinestützpunkt in Den Helder.
PC-619 war das erste Kriegsschiff der US-Marine, das nach der Kapitulation Deutschlands die Häfen von Bremerhaven und Bremen anlief. In Bremen wurde die PC-619 zur Patrouille auf der Weser eingesetzt. Diese Aufgabe bestand im Wesentlichen darin, Handelsschiffen den Weg durch die Kanäle und um die Minenfelder im Fluss herum zu weisen sowie deutsche Schiffe, die in den Hafen ein- und ausliefen, zu kontrollieren und zu durchsuchen.
Als ihre Dienste in Europa nicht mehr benötigt wurden, erhielt sie den Befehl, in die USA zurückzukehren. Am 04.10.1945, nach 18 Monaten Seedienst, nahm sie den Heinweg auf. Nach kurzen Zwischenlandungen auf den Azoren und den Bermudas kam PC-619 am 22.10.1945 auf dem Marinestützpunkt Norfolk in Hampton Roads, an. Nachdem die gesamte Munition aus dem Schiff entfernt und die Besatzung beurlaubt worden war, wurde das Schiff einer Generalüberholung unterzogen.
Nach Abschluss der Überholungsarbeiten fuhr PC-619 wieder nach Green Cove Springs, 30 Meilen südlich von Jacksonville am St. Johns River. Hier schloss sie sich mit über 100 weiteren >>Peter Charlie's<< zusammen, die sich im Zweiten Weltkrieg tapfer geschlagen hatten. Am 17.02.1946 wurde sie außer Dienst gestellt und in die Reserve der Atlantikflotte überführt. Am 15.02.1956 wurde sie auf den Namen USS Dalhart getauft.
Die USS Dalhart (PC-619) wurde zusammen mit 10 weiteren PC's im Oktober 1960 aus der Reserveflotte ausgemustert. Diese Schiffe wurden von der venezolanischen Marine zur Bekämpfung des Schmuggels und für die Küstenwache erworben. Ab 1962 wurden alle ehemaligen PC von Diques y Astilleros Nacionalis in Venezuela überholt und neu ausgestattet, bevor sie in die venezolanische Marine übernommen wurden. Die ehemalige PC-619 erhielt den Namen Gaviota P-10.
Die Gaviota wurde 1968/70 in die Reserve gestellt und 1979 wurden alle PCs ausgemustert.
Übersetzt aus dem englischen aus Navsorce → | USS PC-619