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USS Barber (DE-161)

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Die USS BARBER (DE-161) war ein Geleitzerstörer der Buckley-Klasse der amerikanischen United States Navy.
Der Kiel des Zerstörers wurde am 30.05.1943 bei Norfolk Navy Yard in Portsmouth/USA gelegt. Der Stapellauf erfolgte am 30.05.1943 und die Indienststellung am 10.10.1943.
Das Schiff hatte eine Verdrängung von 1.400 ts. Es war 93,30 m lang, 11,10 m breit und hatte einen Tiefgang von 2,90 m. 2 Kessel mit Turboelektrischem Antrieb von General Electric erzeugten eine Leistung von 12.000 PS (8,9 MW). Diese konnten das Schiff auf bis zu 23 kn (43 km/h) beschleunigen. Die Besatzungsstärke betrug 213 Mann.
Bewaffnet war die Barber mit: 3 × 7,62 mm/50-Kaliber-Geschütze, 1 × Vierfachkanone Kaliber 28 mm/75, 8 × 20-mm-Kanonen, 8 K-Wabowerfer, 2 Waboablaufschienen, Hedgehog.
Einsatzgeschichte
Nach Probe- und Trainingsfahrten vor Bermuda, wurde der Geleitzerstörer dem Konvoidienst entlang der US-Atlantikküste zugewiesen. Als erste Aufgabe eskortierte sie Truppentransporter nach Panama und auf der Rückreise den beschädigten neuseeländischen Leichten Kreuzer HMNZS Leander nach Boston. Obwohl beide Schiffe am 23.12.1943 in Boston ankamen, konnte die Barber Weihnachten nicht im Hafen verbringen. Stattdessen verließ sie am Weihnachtstag den Hafen und machte sich auf den Weg nach Nordafrika, im Geleit eines Konvoi aus 95 Handelsschiffen. Nach einer ereignislosen Atlantiküberfahrt, erreichten sie sicher Casablanca. Während sie auf einen Rückkehrkonvoi wartete, patrouillierte die Barber mehrere Tage lang in der Straße von Gibraltar auf der Suche nach deutschen U-Booten. Nach einer weiteren ereignislosen Tour verließ das Schiff den begleitenden Konvoi in Norfolk und fuhr weiter zur New York Navy Yard.
Den größten Teil des Februars und März 1944 verbrachte die Barber damit, Begleitaufgaben zwischen New York und Norfolk durchzuführen. Am 24.03.1944 erhielt sie den Befehl, sich der Hunter-Killer-Group TG 21.15 anzuschließen, die rund um den Träger Croatan (CVE-25) aufgestellt wurde, zu der noch vier weitere Geleitzerstörer gehörten.
Die zur Jagd auf deutsche U-Boote gegründete Gruppe verzeichnete am 26.04.1944 ihren ersten Erfolg, als sich die Barber und die Begleitschiffe Frost (DE-144), Huse (DE-145) und Snowden (DE-246) zusammenschlossen, um das deutsche U-Boot zu jagen und zu versenken. Versenkt wurde dabei U 488. Abgelöst von einer anderen Hunter-Killer-Group, machte sich die Barbers und ihre Einheit am 11.05.1944 auf den Heimweg. Nach einem kurzem Aufenthalt im New York Navy Yard und einem zweiwöchigen Manövern in Casco Bay, nahm die Barber ihren Konvoi- und Begleitdienst wieder auf. Bis Oktober 1944 unternahm sie noch zwei weitere Reisen über den Atlantik nach Nordafrika, traf jedoch auf keine weiteren feindlichen Schiffe.
Am 09.10.1944 ging die Barber zum Philadelphia Navy Yard zur Umrüstung in ein Hochgeschwindigkeitstransportschiff der Charles-Lawrence-Klasse. Obwohl sie am 23.10.1944 in APD-57 umklassifiziert wurde, schloss sie die Vorbereitungen für ihre neue Tätigkeit erst im Januar 1945 ab. Am 17.01.1945 verließ sie Philadelphia und begab sich zu den Konvoi-Begleitpiers in Norfolk. Einen Monat lang diente der Schnelltransporter als Schulschiff für die Besatzungen noch nicht in Dienst gestellter APDs. Jeden Tag machte sie sich auf den Weg, um diese Besatzungen im Betanken, Schießen, Zielverfolgung und anderen Kampfverfahren, auszubilden.
Am 22.02.1945 lief das Kriegsschiff von Norfolk in Richtung Pazifik aus, zu seinem ersten Kampfeinsatz als Hochgeschwindigkeitstransporter. Nach einem kurzen Aufenthalt in San Diego fuhr sie weiter nach Westen und erreichte am 26.03.1945 Pearl Harbor. Anschließend führte der Schnelltransporter auf Maui eine Spezialschulung mit Unterwasser-Abbruchteams (UDTs) durch. Die Aufgabe dieser Teams bestand darin, Hindernisse an Landungsstränden zu zerstören, und APDs wie Barber brachten diese Teams vier oder fünf Tage vor der eigentlichen Invasion in die Gebiete. Nur zwei Tage nachdem sie die Nachricht vom Tod von Präsident Franklin D. Roosevelt am 12.04.1945 erhalten hatte, fuhr sie über Eniwetok nach Ulithi.
Die Barber kam dort am 30.04.1945 an und bereitete sich fünf Tage lang auf den Fronteinsatz vor Okinawa vor. Sie verließ Ulithi am 05.05.1945 mit einem Handelskonvoi und spürte ständig die Anwesenheit des Feindes durch mögliche U-Boot-Kontakte, schwimmende Minen und den von Okinawa ausgehenden Funkverkehr. Der Hochgeschwindigkeitstransporter ankerte am 10.05.1945 in Hagushi Anchorage und hörte den ganzen Tag über kein Geräusch von den Japanern. Doch mit Sonnenuntergang begannen die japanischen Luftangriffe.
Am 11.05.1945 erhielt die Barber den Befehl, die Hugh W. Hadley (DD-774) auf einer Radarpostenstation, nördlich des Ankerplatzes zu unterstützen. Dieser Zerstörer war von zwei Kamikaze- Flugzeugen und zwei Bomben getroffen worden. Die Barber versammelte alle Kräfte, die sie entbehren konnte, um bei der Evakuierung der Verletzten von der Hugh W. Hadley zu helfen um dann an der Bergung des beschädigten Kriegsschiffs zu arbeiten. Am 12.05.1945 übernahm der Schnelltransporter einen Posten nördlich von Ie Shima. Die Japaner kam auf dem Luftweg nie in ihre Nähe. Am 15.05.1945 nahm die Barber vier japanische Soldaten in einem Floß auf und überführte sie später auf ein Armeeboot, um sie in einem Lager in Okinawa zu internieren.
Die Barber hatte weiterhin Glück. Jeder Posten, an dem sie diente, war entweder unmittelbar vor ihrem Dienst dort, oder kurz nach ihrer Abreise, Schauplatz eines Unfalls gewesen. Am 20.05.1945 schickten die Japaner eine riesige Streitmacht aus kleinen U-Booten, Minen und Kamikaze-Flugzeugen gegen die alliierten Seestreitkräfte. Die Barber verfolgte zwei kleine U-Boote und bewertete eines als „wahrscheinliche versenkt“. Der Hochgeschwindigkeitstransporter setzte seine Patrouillenfahrt, unter ständigen Luftalarm, fort. Am 14.06.1945 nahm sie drei weitere Japaner gefangen. Am Abend des 16.06.1945 wurde vor Hagushi, die Twiggs (DD-591), die dort vor Anker lag, bei einem Luftangriff getroffen und sank innerhalb einer Stunde. Die Barber eilte sofort in die Gegend, um nach Überlebenden zu suchen. Der Schnelltransporter war die ganze Nacht über im Einsatz und half bei der Rettung der 188 überlebenden Seeleute, bevor er am nächsten Morgen früh zum Ankerplatz zurückkehrte.
Die Barber wurde am 04.07.1945 aus dem Dienst in Okinawa entlassen und schloss sich einem Konvoi aus vier weiteren Begleitfahrzeugen und 32 LSTs auf dem Weg nach Saipan an. Etwas später, außerhalb von Saipan, erhielt die Barber den Befehl, einen Teil des Konvois nach Guam zu begleiten. Ihr neuer Kurs führte sie über die Routen amerikanischer B-29-Bomber auf dem Weg zum japanischen Festland. Am 09.07.1945 erhielt der Schnelltransporter die Nachricht von einem nahegelegenen Absturz eines zurückkehrenden Bombers. Die Barbier raste zum Absturzort um nach der Besatzung zu suchen. Am Ende wurden alle 11 Mitglieder der Bomberbesatzung auf bemerkenswerte Weise gerettet. Der Schnelltransport brachte sie am nächsten Tag nach Guam.
Die Barber blieb bis zum 21.07.1945 in Guam, und ging anschließend nach Ulithi, um den den Begleitträger Salamaua (CVE-96) zu ekortieren. Anschließend ging es weiter zum Golf von Leyte, wo sie am 08., 09. und 10.08.1945 die Schlachtschiffe Texas (BB-35) und Mississippi (BB-41) begleitete. Die Barber kehrte anschließend nach Leyte zurück, um auf weitere Befehle zu warten. Während sie dort war, erreichte die Nachricht von der Kapitulation Japans die Barber. Sie machte sich auf den Weg nach Okinawa und eskortierte Mississippi und ihr Schwesterschiff Idaho (BB-42). Sie kam am 21.08.1945 an und fuhr am nächsten Tag zu einem kurzen Besuch in die Bucht von Manila ab. Am 02.09.1945 begann der Schnelltransporter seinen dreiwöchigen Dienst in Subic Bay, an dessen Ende er in den Golf von Lingayen zog, um sich der Transport Division (TransDiv) 20 anzuschließen. Von dort aus leitete sie ein Geleit von 20 Transportern für den Besatzungsdienst. Die Gruppe drang am 07.10.1945 in die Wakanoura-Bucht bei Honshū ein und verbrachte drei ruhige Wochen, während Minensuchboote einen Kanal nach Nagoya räumten. Schließlich konnte TransDiv 20 sicher in den Kanal einfahren, während die Barber zurückblieb, um die Hafeneinfahrt zu kontrollieren. Die Besatzung der Barber ging in der Stadt Nagasaki an Land, die durch die zweite Atombombe zerstört worden war, was jedes Besatzungsmitglied zu einem Atom-Veteranen machte.
Nach weiteren drei Wochen der Überprüfung ankommender und abfahrender Schiffe, erhielt das Transportunternehmen den Befehl, die Kapazitätsgrenze mit Passagieren auszulasten und nach Hause zurückzukehren. Am 21.11.1945 trat sie die lange Heimreise an. Nachdem sie über Sasebo, Eniwetok, Pearl Harbor, San Diego und Panama gefahren war, kehrte die Barber zur Überholung vor der Inaktivierung an die US-Ostküste zurück. Dort wurde sie am 22.05.1946 außer Dienst gestellt.
Nach der außer Dienststellung lag die Barber bei der Reserveflotte in Green Cove Springs, und blieb dort mehr als zwei Jahrzehnte. Ihr Name wurde am 27.11.1968 aus dem Marineschiffregister gestrichen .
Am 22.12.1969 wurde sie an die mexikanische Marine verkauft und im folgenden Februar als ARM Coahuila (B.07) in Dienst gestellt. 1994 wurde sie nach dem ehemaligen mexikanischen Präsidenten Vicente Guerrero in ARM Vincente Guerrero umbenannt. Das Schiff erhielt später wieder seinen ursprünglichen mexikanischen Namen Coahuila und die neue Wimpelnummer E.2. Das Schiff wurde im Juli 2001 aus den Schiffslisten der mexikanischen Marine gestrichen. Über ihr endgültiges Schicksal wird in Sekundärquellen nicht berichtet.
Übersetzt aus dem englischen aus Wikipedia → USS Barber (DE-161)