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Torpedolehrgang für Fähnriche: Unterschied zwischen den Versionen

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| Marine-Dienstvorschrift Nummer 395 || colspan="3" | (Vorschrift für den Torpedodienst) definierte alle technischen Abläufe und Prüfungsnormen.
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Version vom 9. Februar 2026, 16:03 Uhr

Datenblatt Torpedolehrgang für Fähnriche
Der Torpedolehrgang vermittelte die theoretischen und praktischen Grundlagen der Torpedowaffentechnik, der Zielwertermittlung sowie der Wartung von Torpedos und Ausstoßrohren an Bord von Kriegsschiffen.
Anfang, Ausbildungsziel und Ort
Anfang: Die Ausbildung wurde an der Torpedoschule in Flensburg-Mürwik durchgeführt. Sie war fester Bestandteil der Waffenlehrgänge für Fähnriche unmittelbar nach der Marineschule.
Das Ziel war die Befähigung zum Torpedowaffenoffizier. Der Fähnrich sollte nach Abschluss in der Lage sein, die Wartung der Torpedos zu überwachen und Angriffe rechnerisch vorzubereiten.
Ort: Die Ausbildung fand zentral an der Torpedoschule in Flensburg-Mürwik statt.
Praxis: Ergänzend wurden praktische Schießübungen bei der Torpedoversuchsanstalt in der Eckernförder Bucht durchgeführt.
Lehrinhalte (Technik und Mathematik)
Die Ausbildung war in zwei Hauptbereiche unterteilt:
Gerätekunde: Detailliertes Studium der Torpedotypen G7a (Dampfgas) und G7e (Elektrisch). Besonderes Augenmerk lag auf der Einstellung der Tiefenapparate und der Zündpistolen (Aufschlag- oder Magnetzündung).
Torpedometrik: Dies war der mathematische Kern. Die Fähnriche lernten die Berechnung des Vorhaltewinkels unter Berücksichtigung von Eigenkurs, Gegnerkurs, Entfernung und Torpedogeschwindigkeit.
Taktik und Angriffsverfahren
Der Lehrgang bereitete die Fähnriche auf ihre spätere Rolle als I. Wachoffizier vor:
Angriffsrechner: Training an den mechanischen Rechengeräten, die die Zielwerte direkt in die Torpedos in den Rohren einspeisten.
Schussverfahren: Einüben von Einzelschüssen und Fächerschüssen (Streuung mehrerer Torpedos), um die Trefferwahrscheinlichkeit gegen Geleitzüge zu erhöhen.
Moderne Systeme: Gegen Kriegsende umfasste der Lehrgang auch die Einweisung in programmgesteuerte Torpedos (wie Lut oder Fat) und akustische Eigenlenker (wie den Zaunkönig), die besonders für den Typ XXI relevant waren.
Ende: Mit dem erfolgreichen Abschluss war der Fähnrich befähigt, als Wachoffizier die Torpedostation auf Über- und Unterwassereinheiten (Zerstörern, Torpedobooten oder U-Booten) zu leiten.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Fundament der Hauptbewaffnung: Für spätere U-Boot-Offiziere legte dieser Lehrgang die Basis für das Verständnis ihrer wichtigsten Waffe.
Spezialisierung: Dieser allgemeine Lehrgang war die zwingende Voraussetzung für den späteren, wesentlich komplexeren Torpedolehrgang für U-Wachoffiziere.
Personalhistorische Einordnung: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) markiert dieser Lehrgang den Erwerb der ersten fachspezifischen Qualifikation für die offensive Seekriegführung.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften der Torpedoschule Flensburg-Mürwik über die Durchführung der Fachlehrgänge für Offiziersanwärter
BArch RM 121 / 142 Lehrgangspläne und Prüfungsrichtlinien für die Torpedoausbildung der Fähnriche (1939–1945)
BArch RM 3 / 1024 Berichte des OKM über die Ausbildungskapazitäten und die technische Ausstattung der Torpedoschule
Literaturverweise
Rössler, Eberhard: Die Torpedos der deutschen U-Boote (Entwicklung, Herstellung und Einsatz der Waffe)
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel zur Organisation der Waffenschulen)
Hildebrand, Hans H.: Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien (Kontext zur Bedeutung der Torpedowaffe für die Flotte)
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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