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KTB U 49 - 1. Unternehmung Seite 10

Aus U-Boot-Archiv Wiki

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19.11.1939
kann aber nichts sehen. Der Dampfer ist jetzt achtern bis zum Maschinenschott weggesunken - hoffentlich bricht er, vorn guckte der Steven bis zum Kiel heraus. Als ich mich glücklich bis zu den Booten wieder hingemogelt habe und so dachte, wenn es jetzt knallt, dann bekommt ihr wenigstens etwas ab. Ich fuhr direkt an ihnen vorbei, da hört das Geräusch plötzlich auf. Alles atmet erleichtert auf. Kurz darauf sehe ich hinter den Booten einen dünnen Mast mit weißem Krähennest. Da haben wird den Salat. Fast unmittelbar darauf kommt Meldung aus dem Horchraum, Schraubengeräusche und dann S.-Gerät in Tätigkeit.
"Auf " x + 20" gehen !" Die neuen Halteklammern lasse ich noch schnell im Turmluk festmachen. Der Betreffende ist noch dabei und wir rutschen gerade über den roten Strich, da sind die Schraubengeräusche auch schon über uns, und es knallt, ruckt, boxt und stößt, daß alles durcheinanderfliegt. Eine sitzt besonders gut, wohl ziemlich mitten über dem Boote; denn es ist deutlich zu merken, daß das Boot in der Mitte nach unten federt und Bug und Heck nach oben. Ich brülle in die Zentrale: "Alles dicht ?" Keine Antwort oder jawohl; erstaunlich, ich hatte bestimmt großen Bruch erwartet. Es brennt sogar noch Licht. Allerdings fallen Tiefenruder aus (der E-Teil): Magnetkompaß, Umdrehungsanzeiger, Manometer, Gläser usw. Das Boot als solches ist aber anscheinend dicht. Das Boot ist leider auf, ich weiß nicht, wieviel Meter durchgesackt. Es muß angeblasen werden. Mit alle Mann voraus, achteraus usw. halten wir das Boot. Inzwischen kommt der neue Segen von oben. Auf über "x + 40" kann man das aber ab. Ich glaube beim ersten Bombenanlauf nur wenige Meter vielleicht nur 1 m höher und das Boot wäre zerknallt. Hoffentlich bauen sie keine Tiefensteller für größere Tiefen als 90 m.
Beim ersten Bombenanlauf haben sich fast alle Bordverschlüsse und Ventile etwas gelockert. Bis alle wieder dicht sind, ist eine Menge Wasser und Brennstoff im Boot. Innenregler sind lenz, die Lenzpumpe saugt bis höchstens "x + 10" brauchbare Mengen, ich mußte also anblasen. Sowie das Boot steigt, werden die Regler wieder geflutet, hierdurch kommt eine Menge Luft in das Boot, außerdem macht es unsinnigen Lärm. Sowie das Boot höher ist, steigt es natürlich auch schneller. Alle Regler und Zellen wieder voll, ich entlüfte kurz, trotzdem steigt das Boot, also Bilgen fluten. Ich laufe nun auf verschiedenen Kursen in der üblichen Weise; wenn

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