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Hafenkommandant Triest

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Dienststelle Hafenkommandant Triest
Die Dienststelle des Hafenkommandanten Triest wurde nach der Besetzung Norditaliens im September 1943 (Unternehmen Achse) eingerichtet. Triest war der strategisch wichtigste Tiefwasserhafen in der Oberen Adria und bildete das Zentrum der Operationszone Adriatisches Küstenland (OZAK). Der Hafenkommandant war für die gesamte schifffahrtspolizeiliche Ordnung, die Zuweisung von Liegeplätzen, die Überwachung des militärischen Umschlags sowie die Sicherheit der Hafen- und Werftanlagen (z. B. Cantieri Riuniti dell'Adriatico) verantwortlich. Als zentraler Stützpunkt für die Sicherungsflottillen und Kleinkampfmittelverbände koordinierte die Dienststelle den dichten Verkehr von Transporten, Räumbooten und Korvetten.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufstellung: September 1943 nach der Entwaffnung der italienischen Streitkräfte; Übernahme der Hafenverwaltung.
Aufgabe: Liegeplatzverwaltung; Hafenschutz; Überwachung der Lade- und Löschvorgänge; Koordination des Nachschubs für den Balkan.
Unterstellung: Seekommandant Istrien (im Bereich des Admirals Adria).
Ende 1945: Mai 1945; Räumung der Stadt vor jugoslawischen Partisanen und Einheiten der neuseeländischen 2. Division.
Spezifische Merkmale
Werftbetrieb: Enge Zusammenarbeit mit den Werften CRDA und San Marco für Reparaturen und Neubauten von Sicherungsschiffen.
Sicherheit: Abwehr von Sabotageakten und Sicherung der Hafenbecken gegen Partisanenangriffe vom Land und von See her.
Logistik: Triest war der Haupthafen für den deutschen Nachschub in den südosteuropäischen Raum via Mittelmeer.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Bauprogramm: Überwachung der Liegeplätze für im Bau befindliche oder reparierte U-Boote (z. B. ex-italienische Typen oder Typ II-Fragmente).
Kleinkampfmittel: Triest diente als Basis für die Kleinkampfverbände (K-Verbände), deren Einsatz vom Hafenkommandanten logistisch unterstützt wurde.
Versorgung: Sicherstellung der Priorität beim Umschlag von Torpedo- und Ersatzteilnachschub für die Sicherungsboote der U-Jagd.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 45-IV Admiral Adria / Seekommandant Istrien: Akten über die Hafenbetriebsordnung und Liegeplatzbelegung in Triest.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die Transportlage und die Kapazitäten der Adria-Häfen 1944.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit der Dienststellung „Hafenkommandant Triest“ oder im Stab der Hafenschutzflottille.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Die Landorganisation Italien/Adria).
Freivogel, Zvonimir „Kriegsmarine in der Adria 1943–1945: Einsatz der deutschen Sicherungsverbände“.
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Systematik der Hafenkommandanturen).
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