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Braunschweig

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Die SMS BRAUNSCHWEIG war das Typschiff der Linienschiffe der Braunschweig-Klasse der Kaiserlichen und Reichsmarine.
Der Kiel des Schiffes wurde am 24.01.1901 bei der Germaniawerft in Kiel gelegt. Der Stapellauf erfolgte am 20.12.1902 und die Indienststellung am 14.10.1904.
Das Schiff hatte eine Verdrängung von 14.394 t (max.). Es war 127,70 m lang, 22,20 m breit und hatte einen Tiefgang von 8,16 m. 14 × Dampfkessel und 3 × 3-Zylinder-Verbundmaschine erzeugten eine Leistung von 16.809 PS (12.363 kW). Diese konnten das Schiff auf bis zu 18,7 kn (35 km/h) beschleunigen. Die Besatzungsstärke betrug 743 Mann.
Bewaffnet war die Braunschweig mit: 4 × Sk 28 cm L/40 - 14 × Sk 17 cm L/40 - 18 × Sk 8,8 cm L/35 - 6 × 45 cm Torpedorohre.
Einsatzgeschichte
Sie wickelte bis Dezember 1904 ihre Probefahrten ab und trat dann zum Zweiten Geschwader. Dort war sie bis Dezember 1905 und vom September 1907 bis zum April 1912 Flaggschiff des 2. Admirals des Geschwaders.
Der Routinedienst bei der Flotte wurde am 22.11.1905 unterbrochen, als sie den Bruder des Kaisers, Prinz Heinrich, seinerzeit Chef der Marinestation Ostsee, an Bord nahm, um ihn zur Krönung des dänischen Prinzen Christian zum König von Norwegen nach Christiania zu bringen. Die Braunschweig verblieb vom 24. bis zum 29.11.1905 im heutigen Oslo und kehrte am 30. nach Kiel zurück. Sie nahm an den Atlantikreisen der Flotte teil und besuchte vom 23.07. bis zum 07.08.1908 Las Palmas und vom 18. bis zum 25. Juli 1909 La Coruña. Am 31.07.1912 schied die Braunschweig dann aus dem Zweiten Geschwader aus und reduzierte die Besatzung. Am 08.12.1912 kam sie für die V. Division wieder in Dienst und schied am 30.07.1913 endgültig aus dem aktiven Dienst aus. Die Besatzung stieg am Folgetag auf die König Albert über und stellte dieses neue Schiff in Dienst. Die Braunschweig wurde unbemanntes Beischiff der Reservedivision Ostsee.
Bei der Mobilmachung wurde sie am 01.08.1914 für das IV. Geschwader der Hochseeflotte wieder in Dienst gestellt. Das Geschwader sollte vor allem im Ostseebereich zum Einsatz kommen und führte vom 03. bis zum 09.09.1914 einen Vorstoß bis zum Finnischen Meerbusen durch. Ein weiterer Vorstoß am 22.09.1914 der beiden Reservegeschwader (IV./V.) mit dem Oberbefehlshaber der Ostseestreitkräfte (O.d.O.), Prinz Heinrich, an Bord der Braunschweig wurde wegen drohender U-Boot-Gefahr vorzeitig abgebrochen. Neben dem Einsatz in der Ostsee wurde die Braunschweig auch immer wieder im Vorpostendienst in der Elbmündung vertretungsweise eingesetzt, so vom Dezember 1914 bis zum April 1915 und vom Mai bis Juli 1915.
Ab 07.07.1915 nahm sie an Vorstößen des O.d.O. teil. Um in die Rigaer Bucht einlaufen zu können (siehe: Vorstoß in die Rigaer Bucht), begannen am 08.08.1915 um 03:50 Uhr 14 veraltete, zu Minensuchbooten umgebaute Torpedoboote unter Bedeckung der Braunschweig und des Kleinen Kreuzers Bremen in Richtung Irbenstraße einen Weg zu räumen. Ab 04:45 Uhr folgten von Lyser Ort in Richtung Zerel neun ehemalige Fischdampfer als Hilfsminensuchboote, geschützt durch den kleinen Kreuzer Thetis. Am Kreuzungspunkt lief dabei das kleine ehemalige Torpedoboot T 52 um 05:10 Uhr auf eine Mine und sank um 05:25 Uhr ohne Menschenverluste. Die zur Bergung heraneilende Thetis erhielt um 05:38 Uhr ebenfalls einen Minentreffer und musste daraufhin nach Libau entlassen werden. Währenddessen begannen die beiden russischen Kanonenboote Grosjaschtschi und Chrabry die Minensuchboote auf große Entfernung zu beschießen, deren Feuer von Bremen, Braunschweig und Elsass erwidert wurde, wobei letztere zwei schwere Treffer auf der Grosjaschtschi landen konnte. Das U-Boot-Sicherung fahrende Große Torpedoboot S 144 lief unterdessen um 07:07 Uhr auf eine Mine, konnte aber von S 140 und S 147 nach Libau eingebracht werden. Das Minenräumen wurde während der ganzen Zeit stetig fortgesetzt. Gegen 10:30 Uhr unternahm die russische Seite erstmals energische Schritte gegen die deutschen Schiffe und schickte das Linienschiff Slawa in die Irbenstraße, um das Minensuchen zu unterbinden. Diese eröffnete auf 16.000 Meter das Feuer auf Braunschweig und Elsass, die sofort zurückschossen. Die Slawa drehte umgehend ab und zog sich in die Rigaer Bucht zurück. Um 11:15 Uhr war das Minenräumen beendet und eine Sperrlücke in die Minensperren geräumt. Jedoch sank um 13:32 Uhr das Minensuchboot T 58 auf einer weiteren bis dahin unerkannt gebliebenen Sperre.
Im August standen dem O.d.O. auch die Großlinienschiffe Posen und Nassau zur Verfügung, da die alten Linienschiffe als zu stark durch Minen und Torpedos gefährdet angesehen wurden. Nach einem erneuten Einsatz in der Elbe im September verlegte die Braunschweig im Oktober nach Libau, wo auch ihr Schwesterschiff Elsass und die Mecklenburg lagen. Personalmangel erzwangen Reduzierungen der Mannschaften auf den alten Schiffen, und im August 1916 verlegte sie nach Kiel, um nur noch als Rekrutenausbildungsschiff zu dienen.
Am 20.08.1917 wurde die Braunschweig außer Dienst gestellt und diente fortan als Wohnschiff der I. Werftdivision.
Nach dem Ende des I. Weltkrieges wurde die BRAUNSCHWEIG in die Reichsmarine übernommen und war vom 01.12.1921 bis zum 31.01.1926 in Dienst.
Am 01.03.1922 wurde sie Flaggschiff des Befehlshabers der Seestreitkräfte der Nordsee. Im Juli 1922 machte sie ihre erste Auslandsreise und besuchte die norwegischen Häfen Fretheim und Mundal. Im Sommer 1923 folgten Besuche in Göteborg und Helsingfors. Nach Eisdienst in der Ostsee im Februar und März 1924 folgte vom 6. bis zum 13.07.1924 ein Besuch von La Coruña. Nach einer Ostseereise im April 1925 besuchte das Schiff im Juni noch die norwegischen Häfen Stavanger, Sande, Balholmen und Hyoe.
Am 31.01.1926 stellte die Marine die BRAUNSCHWEIG endgültig außer Dienst und ersetzte diese durch die SCHLESWIG-HOLSTEIN. Am 31.03.1931 schließlich wurde die BRAUNSCHWEIG aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen und 1932 abgewrackt.
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