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| Verband
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1. Schnellbootshalbflottille
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| Die 1. Schnellbootshalbflottille war eine frühe operative Untergliederung der jungen Schnellbootwaffe der Reichsmarine und späteren Kriegsmarine. Sie diente der Erprobung taktischer Einsatzgrundsätze und der technischen Weiterentwicklung der ersten modernen S-Boot-Typen. Als Kernzelle der späteren Schnellbootflottillen leistete sie Pionierarbeit bei der Etablierung des schnellen Küstenkrieges und der Ausbildung des spezialisierten Personals für die Offensivschläge in den Randmeeren.
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| Entstehung, Funktion und Ende
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| Aufstellung: |
Formiert in den frühen 1930er Jahren im Zuge der geheimen Wiederaufrüstung der Marine; meist aus der bestehenden 1. Schnellbootflottille zur besseren taktischen Führung kleinerer Gruppen ausgegliedert.
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| Standort: |
Hauptstützpunkte waren Kiel und Wilhelmshaven. Die Halbflottille operierte vornehmlich in der Ostsee und der Deutschen Bucht, um die Seegrenzen zu überwachen und Angriffsverfahren zu üben.
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| Technik: |
Ausrüstung mit den frühen S-Boot-Typen (z.B. S 1 bis S 6). Diese Boote dienten als Prototypen für die spätere Serienfertigung und verfügten bereits über die charakteristische Kalottenbrücke und Dieselantriebe.
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| Ende 1945: |
Im Zuge der Vergrößerung der Schnellbootwaffe wurden die Halbflottillen meist zu vollen Flottillen aufgestockt oder in bestehende Verbände integriert. Die taktische Bezeichnung verschwand mit der Umgliederung.
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| Spezifische Merkmale
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| Taktik-Pionier: |
Entwicklung der "Rudel-Taktik" für Schnellboote, bei der koordinierte Angriffe bei Nacht und schlechter Sicht zur Kernkompetenz des Verbandes wurden.
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| Erprobung: |
Enge Zusammenarbeit mit der Torpedoinspektion zur Optimierung der Torpedo-Laufeigenschaften bei hohen Eigengeschwindigkeiten der Trägerboote.
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| Personalstamm: |
Die Halbflottille bildete den Kader für die spätere Expansion der Schnellbootflottillen im Zweiten Weltkrieg; viele Kommandanten sammelten hier ihre erste Führungserfahrung.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Küstenschutz: |
Die Halbflottille sicherte die inneren deutschen Gewässer, was den U-Booten während ihrer Erprobungs- und Ausbildungsphase in der Ostsee einen geschützten Raum bot.
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| Synergie-Effekte: |
Gemeinsame Manöver mit U-Boot-Einheiten dienten der Erprobung von Abwehr- und Angriffstaktiken, die später für beide Waffengattungen im Atlantik- und Küstenkrieg wertvoll waren.
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| Horchausbildung: |
Die Erfahrungen der S-Boote mit ihren eigenen Horchanlagen flossen in die Verbesserung der akustischen Ortungstechnik ein, von der auch die U-Boot-Waffe profitierte.
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| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 71 |
Schnellbootverbände: Frühe Akten und Kriegstagebücher über die Aufstellung und Übungstätigkeit der Schnellbootshalbflottillen.
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| BArch RM 7 |
Seekriegsleitung: Berichte über die strategische Bedeutung der S-Boot-Entwicklung in der Vorkriegszeit.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Nachweise über die Dienstzeit früher Schnellboot-Pioniere in der 1. Halbflottille.
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| Literaturverweise
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| Hümmelchen, Gerhard |
„Die deutschen Schnellboote im Zweiten Weltkrieg“ (Hintergründe zur frühen Organisation der Halbflottillen).
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| Fock, Harald |
„Schnellboote“ (Band 1: Von den Anfängen bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges).
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| Lohmann / Hildebrand |
„Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Schnellbootverbände).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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