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Hafenausbildung

Aus U-Boot-Archiv Wiki

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Ausbildung Hafenausbildung (U-Boot)
Die Hafenausbildung war die erste Phase der praktischen Bordausbildung einer neu zusammengestellten U-Boot-Besatzung unmittelbar nach der Übernahme des Bootes (Indienststellung). Sie fand meist im Rahmen der Baubelehrung oder bei den Ausbildungsflottillen in der Ostsee statt. Ziel war es, die Besatzung im „trockenen“ Zustand mit der komplexen Technik, den Sicherheitsvorschriften und den Handgriffen an Bord vertraut zu machen, bevor die erste Tauchfahrt unternommen wurde. Die Hafenausbildung umfasste den Drill an den Ventilen, das Rollentraining für Gefecht und Leckabwehr sowie die Einweisung in die Maschinen- und Elektroanlagen unter Aufsicht der Erprobungskommandos.
Ablauf und Ausbildungsinhalte
Stationsausbildung: Kennenlernen jeder Station im Boot; Auswendiglernen der Lage aller Fluten, Ventile und Schalter („Blindbedienung“).
Rollenwesen: Exerzieren der Alarmrollen (Tauchen, Auftauchen, Feuer im Boot, Wassereinbruch) am Kai ohne tatsächliches Fluten.
Technik-Check: Einweisung durch die Werft-Ingenieure und das U-Boot-Abnahmekommando (UAK) in die spezifischen Besonderheiten des Bootstyps.
Ende: Abschluss durch eine Besichtigung durch den Flottillenchef; Freigabe für die anschließende See- und Tauchausbildung.
Spezifische Merkmale
Disziplin: In dieser Phase wurde das Zusammenwachsen der Besatzung zur „Schicksalsgemeinschaft“ durch harten Drill und ständige Wiederholungen gefördert.
Sicherheit: Absolute Priorität lag auf der Vermeidung von Fehlbedienungen, die bei den späteren Tauchversuchen zum Totalverlust führen könnten.
Personal: Die Ausbildung wurde maßgeblich vom Leitenden Ingenieur (L.I.) und den Obermaschinisten des Bootes geleitet.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Ausbildungskette: Unverzichtbares Bindeglied zwischen der theoretischen Schulung an der ULD und der taktischen Ausbildung in der Agru-Front.
Neubauprogramme: Besonders bei den Typen XXI und XXIII war die Hafenausbildung aufgrund der völlig neuen Technik (Hydraulik/Zentralschaltung) extrem zeitintensiv.
Fehlervermeidung: Statistische Auswertungen zeigten, dass eine gründliche Hafenausbildung die Rate an Unfällen während der Erprobungsphase massiv senkte.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 87 Ausbildungsflottillen der Unterseeboote: Richtlinien für die Durchführung der Hafenausbildung und Besichtigungsprotokolle.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit Nachweisen über die Dauer der „Hafenausbildung“ bei Neuindienststellungen.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über den Ausbildungsstand der U-Boot-Waffe und die Dauer der Ausbildungszyklen.
Literaturverweise
Busch / Röll „Der U-Boot-Krieg 1939–1945“ (Band 2: Der U-Boot-Bau und die Ausbildung).
Rössler, Eberhard „Die deutsche U-Boot-Waffe“ (Details zum organisatorischen Ablauf der Indienststellung).
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Ausbildung der U-Boot-Waffe).
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