Aktionen

Befehlshaber der Panzerschiffe

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Version vom 10. März 2026, 08:39 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Dienststelle Befehlshaber der Panzerschiffe
Der Befehlshaber der Panzerschiffe (B.d.P.) war die operative Führungsinstanz für die schweren Überwassereinheiten der Kriegsmarine. Im Oktober 1939 übernahm der B.d.P. die Funktion des Flottenchefs, wodurch er gleichzeitig die Panzerschiffe und Schlachtschiffe führte; eine Neubesetzung des B.d.P.-Postens unterblieb zunächst. Nach einer schrittweisen Verkleinerung wurde der Stab am 31.07.1940 aufgelöst. Im Juni 1941 erfolgte die Reaktivierung unter der Bezeichnung Befehlshaber der Schlachtschiffe (B.d.S.). Nach dem Kanaldurchbruch 1942 verlegte die Dienststelle nach Nordnorwegen und wurde am 03.06.1942 in Befehlshaber der Kreuzer (B.d.K.) sowie im Februar 1943 in Befehlshaber der Kampfgruppe umbenannt. Die Einheit operierte ab Sommer 1944 als I. Kampfgruppe in Norwegen bis zur endgültigen Auflösung am 20.10.1944.
Chronologie und Umbenennungen
Okt. 1939: B.d.P. wird Flottenchef; Personalunion für Panzerschiffe und Schlachtschiffe.
Juli 1940: Vorübergehende Auflösung des Stabes nach operativer Umgliederung.
Juni 1941: Neuaufstellung als Befehlshaber der Schlachtschiffe (B.d.S.).
Juni 1942: Umbenennung in Befehlshaber der Kreuzer (B.d.K.) nach Verlegung nach Norwegen.
1943–1944: Umbenennung in Befehlshaber der Kampfgruppe (ab Sommer 1944 I. Kampfgruppe).
Aufgaben und Einsatzgebiete
Führung: Operative Leitung der schweren Einheiten (Bismarck, Tirpitz, Scharnhorst, Gneisenau, Panzerschiffe).
Norwegen: Ab 1942 Fokus auf den Nordraum zur Bekämpfung der Eismeergeleitzüge und Sicherung der Küste.
Personal: Besetzung durch prominente Admirale, u. a. Vizeadmiral Wilhelm Marschall und Vizeadmiral Otto Ciliax.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Kooperation: Die schweren Einheiten dienten als "Fleet-in-being", um feindliche Sicherungskräfte von den U-Boot-Operationsgebieten wegzuziehen.
Aufklärung: Enge Abstimmung mit dem BdU bei kombinierten Operationen gegen Konvois (z. B. Unternehmen Rösselsprung).
Versorgung: Nutzung gemeinsamer Stützpunkte und Infrastruktur in den norwegischen Fjorden (z. B. Narvik/Trondheim).
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 47 Flottenkommando: Akten über die Unterstellung und Befehlsführung der Panzerschiffe und Schlachtschiffe.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die Umgliederungen der Befehlshaber im Nordraum 1942–1944.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge der Admirale im Stab des B.d.P. / B.d.K. / B.d.S.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band I, Kapitel: Die Flottenführung).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Chronologie der Flottenbefehlshaber).
Koop / Schmolke „Die Schlachtschiffe der Scharnhorst-Klasse“ (Details zur operativen Führung).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132