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8. Minensuchflottille

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Datenblatt 8. Minensuchflottille
Die 8. Minensuchflottille war ein bedeutender Sicherungsverband der Kriegsmarine, der vornehmlich in der Nordsee, vor der norwegischen Küste und im Nordmeer operierte. Ihre Geschichte ist geprägt von der Sicherung der strategisch wichtigen Erzwege und der Unterstützung großer Flottenoperationen im arktischen Raum. Ausgerüstet mit den leistungsstarken Booten vom Typ 1935, zählte sie zu den kampfkräftigsten Einheiten der Minensuchstreitkräfte.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung und Einsatz: Die Flottille wurde am 01.03.1940 mobilgemacht. Bereits im April 1940 nahm sie aktiv am Unternehmen „Weserübung“ teil und war der Kriegsschiffgruppe 2 (Drontheim) zugeteilt. In der Folgezeit operierte der Verband vornehmlich in norwegischen Gewässern und im Nordmeer. Wichtige Stützpunkte waren Drontheim, Tromsø und Kirkenes. Truppendienstlich unterstand sie dem Führer der Minensuchboote Nord.
Aufgabenprofil: Die Kernaufgaben umfassten das Räumen britischer und sowjetischer Minensperren in den Eismeerfjorden sowie den Geleitschutz für kriegswichtige Versorgungs- und Erztruppentransporte. Ein wesentlicher Teil des Dienstes bestand in der aktiven U-Boot-Jagd und der Sicherung der eigenen Flanke gegen sowjetische See- und Luftangriffe an der Eismeerfront.
Das Schicksal bei Kriegsende: In der Endphase des Krieges im Jahr 1945 war die Flottille an den Rückzugsbewegungen aus Nordnorwegen beteiligt. Nach der Kapitulation am 08.05.1945 verblieben die Einheiten in norwegischen Gewässern und wurden teilweise in den Deutschen Minenräumdienst (G.M.S.A.) eingegliedert, um die dortigen Küstengewässer zu säubern. Die Boote wurden später als Reparationen an die Alliierten (vornehmlich Frankreich) übergeben.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Sicherung der Eismeer-Stützpunkte: Die 8. Minensuchflottille sicherte die Ansteuerungswege für die in Nordnorwegen stationierten U-Boote der 11. und 13. Unterseebootsflottille. Dies war die Voraussetzung für die Angriffe der U-Boot-Waffe auf die alliierten Nordmeergeleitzüge (PQ-Konvois).
Geleitschutz für Frontboote: Bei der Überführung von U-Booten zwischen den norwegischen Stützpunkten leisteten die Boote der Flottille verstärkten Flak- und U-Jagd-Schutz, um die wertvollen Einheiten vor sowjetischen Angriffen im Küstenvorfeld zu bewahren.
Seenot- und Bergeeinsätze: Aufgrund ihrer robusten Bauweise und hohen Seetüchtigkeit wurden Schiffe der 8. Minensuchflottille mehrfach zur Unterstützung und Bergung havarierter U-Boote unter den extremen Bedingungen des Nordmeeres herangezogen.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (B.Arch.-M.A.) | [www.bundesarchiv.de Invenio Online-Recherche]
B.Arch. RM 69/21 Kriegstagebuch (KTB) der 8. Minensuchflottille (Dokumentiert die Einsätze bei Weserübung und im Nordmeer).
B.Arch. RM 61 Akten des Führers der Minensuchboote Nord (Belegt die materielle Ausstattung und die personelle Struktur der Flottille).
B.Arch. RM 45-II Unterlagen des Admirals norwegische Polarküste (Enthält Berichte über die operative Zusammenarbeit im Eismeer).
Literaturverweise
Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über die Minensuchverbände in Norwegen).
Hildebrand, Hans H. Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. (Detaillierte Übersicht der Standorte und Kommandeure).
Gröner, Erich Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. (Band 2, technische Daten zu den Minensuchbooten vom Typ 1935).
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