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Sperrschulverband

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Datenblatt Sperrschulverband
Der Sperrschulverband war die zentrale schwimmende Ausbildungseinheit für das Sperrwaffenwesen. Er unterstand fachlich der Inspektion der Sperrwaffen und war dafür verantwortlich, Offiziere und Mannschaften in der Handhabung, dem Legen und dem Räumen von Seeminen sowie im Einsatz von Sperrschutzgeräten zu unterweisen. Der Verband verfügte über eine Vielzahl von Fahrzeugen, an denen die theoretischen Kenntnisse der Sperrwaffenschulen in die praktische Anwendung auf See überführt wurden.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung und Standorte: Die Wurzeln des Verbandes lagen in der Zeit der Reichsmarine. Mit der Expansion der Kriegsmarine wurde der Verband personell und materiell massiv verstärkt. Hauptstandorte waren Kiel und später vor allem die Gewässer der dänischen Belte sowie Pillau in Ostpreußen. Der Verband gliederte sich in mehrere Gruppen, die jeweils auf bestimmte Waffentypen (z. B. Ankertauminen, Grundminen, Schutzgeräte) spezialisiert waren.
Ausbildungsprofil: Die Ausbildung umfasste das gesamte Spektrum des Minenkrieges. Dazu gehörten das technische Vorbereiten der Minen an Oberdeck, das präzise Legen von Sperren nach Navigationsvorgaben sowie das Erkennen und Unschädlichmachen gegnerischer Minentypen. Ein weiterer Schwerpunkt war die Erprobung neuer Räumgeräte und die Schulung im Umgang mit akustischen und magnetischen Zündmechanismen, die im Verlauf des Krieges immer komplexer wurden.
Das Schicksal bei Kriegsende: In der Endphase des Krieges am 08.05.1945 war der Verband maßgeblich an der Sicherung der Rückzugswege in der westlichen Ostsee beteiligt. Nach der Kapitulation wurde ein Großteil der Schiffe und des hochspezialisierten Personals in den Deutschen Minenräumdienst (G.M.S.A.) übernommen. Unter britischer Aufsicht leisteten diese Männer einen entscheidenden Beitrag zur Beseitigung der enormen Minengefahr in den europäischen Gewässern.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Spezialausbildung für Minen-U-Boote: Besatzungen von U-Booten, die für Minenunternehmungen vorgesehen waren (insbesondere Typ VIID und Typ XB), erhielten im Sperrschulverband ihre fachspezifische Einweisung. Hier lernten die Männer die Besonderheiten beim Ausstoß von Minen aus den vertikalen Schächten oder den Torpedorohren unter realen Bedingungen.
Sicherung der Ausbildungsgewässer: Der Sperrschulverband war indirekt für die Sicherheit der Unterseeboot-Lehrdivisionen verantwortlich, indem er Übungssperren legte und räumte, um das taktische Verhalten von U-Booten beim Durchbrechen feindlicher Minengürtel zu trainieren.
Schulung im Sperrschutz: Angehende U-Boot-Kommandanten und Wachoffiziere wurden im Verband über die Wirkungsweise alliierter Sperrwaffen unterrichtet. Dieses Wissen war entscheidend, um beim Ein- und Auslaufen aus den Bunkerstützpunkten (z. B. Lorient oder Brest) die Gefahr durch britische Luftminen richtig einschätzen zu können.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
B.Arch. RM 20 / 1066 Akten der Inspektion der Sperrwaffen (Dokumentiert die Lehrgangspläne und die operative Zuweisung von Schulschiffen des Sperrschulverbandes).
B.Arch. RM 123 Akten der Marineschulen (Enthält Berichte über die fachliche Ausbildung der Sperrwaffenlaufbahn).
B.Arch. RM 7 / 2331 Unterlagen der Seekriegsleitung zum Sperrwaffenwesen (Belegt die Erprobung neuer Minentypen durch den Verband).
Literaturverweise
Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über die Sperrwaffeninspektion und Ausbildungseinheiten).
Hildebrand, Hans H. Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. (Detaillierte Übersicht der Standorte und Verbandschefs des Sperrschulverbandes).
Gröner, Erich Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. (Band 2 und 3, Informationen zu den Schul- und Versuchsbooten der Sperrwaffenverbände).
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