Aktionen

10. Schiffsstammabteilung

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Version vom 11. Februar 2026, 12:31 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datenblatt 10. Schiffsstammabteilung
Die 10. Schiffsstammabteilung diente als primäre Ausbildungseinheit für den personellen Nachwuchs der Kriegsmarine. Hier erhielten die Rekruten ihre infanteristische Grundausbildung sowie eine erste Einführung in den Borddienst und die Marinetradition. Als Teil der Landorganisation bildete sie das erste Glied in der langen Kette der Qualifizierungsmaßnahmen, die am Ende zur Besetzung der schwimmenden Einheiten und U-Boote führten.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung und Standorte: Die Abteilung wurde im Zuge der massiven personellen Erweiterung der Marine aufgestellt. Ein wesentlicher Standort der Abteilung war Wesermünde (heute Bremerhaven). Sie unterstand truppendienstlich dem 2. Admiral der Nordsee. Die Abteilung gliederte sich in mehrere Kompanien, in denen die jungen Soldaten (oft im Rahmen des Reichsarbeitsdienstes oder als Freiwillige) die ersten Monate ihrer Dienstzeit verbrachten.
Ausbildungsprofil: Der Fokus lag auf der "militärischen Formung". Dazu gehörten Exerzierdienst, Geländeaustausch, Schießausbildung sowie die Vermittlung von grundlegendem Seemannschaftswissen (Knoten, Backen und Banken, Signalgrundlagen). Nach Abschluss dieser etwa dreimonatigen Grundausbildung wurden die Soldaten nach ihrer Eignung und dem Bedarf der Marine auf die verschiedenen Fachschulen oder Stammkompanien der Flottillen verteilt.
Das Schicksal bei Kriegsende: In der Endphase des Krieges am 08.05.1945 wurden die Reste der Abteilung in den Endkampf um die deutschen Nordseehäfen verwickelt. Viele der jungen Rekruten wurden in hastig formierte Marine-Schützen-Einheiten eingegliedert, um den Vormarsch der britischen Truppen im Raum Weser/Ems aufzuhalten. Nach der Kapitulation gerieten die verbliebenen Teile der Abteilung in den Lagern im Raum Cuxhaven und Schleswig-Holstein in Gefangenschaft.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Vorschaltinstanz für U-Boot-Bewerber: Ein Großteil des späteren Mannschaftspersonals der U-Boot-Waffe durchlief zunächst eine Schiffsstammabteilung wie die 10. Abteilung. Hier erfolgte die erste körperliche und disziplinarische Sichtung. Nur wer sich in der Grundausbildung durch besondere Härte und Gehorsam auszeichnete, wurde für die anschließende Versetzung zu einer Unterseeboot-Lehrdivision (U.L.D.) vorgeschlagen.
Infanteristische Basis: Die in der 10. Schiffsstammabteilung erlernten infanteristischen Fähigkeiten waren für U-Boot-Männer später von Bedeutung, wenn sie in den besetzten Stützpunkten (z.B. in Frankreich oder Norwegen) Wachdienste übernehmen oder in der Endphase des Krieges zur Verteidigung der Stützpunkte an Land eingesetzt werden mussten.
Personelle Zuarbeit: Die Personalreferenten der U-Boot-Waffe hielten engen Kontakt zu den Schiffsstammabteilungen, um bereits frühzeitig Talente für technische Sonderlaufbahnen (z.B. Funk- oder Maschinenlaufbahn) zu identifizieren und diese gezielt den U-Ausbildungslehrgängen (U.A.L.) zuzuführen.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
B.Arch. RM 20 / 904 Personalbestimmungen für die Kriegsmarine (Dokumentiert die Richtlinien zur Grundausbildung und Versetzung aus den Schiffsstammabteilungen).
B.Arch. RM 123 Akten der Marineschulen und Lehrdivisionen (Belegt den Zustrom von Personal aus den Stammabteilungen zu den Fachschulen).
B.Arch. RM 31 Akten der Marinestation der Nordsee (Enthält Berichte über die Inspektionen und den Dienstbetrieb der 10. Schiffsstammabteilung).
Literaturverweise
Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über die Landorganisation und Schiffsstammabteilungen).
Hildebrand, Hans H. Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. (Übersicht der Standorte und Kommandeure der Stammabteilungen).
Mulligan, Timothy P. Die Männer der deutschen U-Boot-Waffe 1939–1945. (Analyse des Rekrutierungsweges vom Eintritt in die Marine bis zum U-Boot-Einsatz).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
>>>>U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki<<<<
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132