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| Datenblatt
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Funktechnischer Offizierslehrgang
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| Der Funktechnische Offizierslehrgang diente der Qualifizierung von Offizieren für den Dienst an den technisch anspruchsvollen Funkmessgeräten (Fu.M.G.) und Funkmessbeobachtungsgeräten (Fu.M.B.). Mit der rasanten Entwicklung der Radar- und Abwehrtechnologie während des Krieges wurde dieser Lehrgang zu einer der wichtigsten technischen Schulungen, um die Überlebensfähigkeit der Einheiten gegen feindliche Ortung sicherzustellen und die eigene Angriffsfähigkeit bei Nacht und schlechter Sicht zu verbessern.
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| Historischer Kontext & Organisation
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| Ausbildungsinhalte und Spezialisierung: Die Lehrgangsteilnehmer wurden intensiv in der Hochfrequenztechnik, der Impulstechnik und der Funktionsweise von Dezimeter- und Zentimeterwellengeräten unterrichtet. Ein wesentlicher Teil der Ausbildung war die praktische Handhabung der Ortungsgeräte (z. B. „Seetakt“-Anlagen) sowie die Interpretation der Schirmbilder zur Unterscheidung von Freund- und Feindkontakten. Der Lehrgang fand zumeist an den Marinenachrichtenschulen (z. B. in Aurich oder Mürwik) sowie an speziellen Versuchsstellen für Funkmesstechnik statt.
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| Taktische Anwendung: Neben der reinen Technik wurde die taktische Auswertung der gewonnenen Daten geschult. Die Offiziere lernten, wie Ortungsergebnisse zur Feuerleitung der Artillerie oder zur Navigation genutzt werden konnten. Zudem stand die Funkmess-Aufklärung (das Aufspüren feindlicher Radarstrahlen) im Fokus, um rechtzeitig Warnungen vor herannahenden Flugzeugen oder Überwassereinheiten geben zu können.
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| Das Schicksal bei Kriegsende: In der Endphase des Krieges am 08.05.1945 war das Personal mit dieser Spezialausbildung hochgradig begehrt, sowohl für die Verteidigung als auch später für die alliierte Auswertung der deutschen Radartechnik. Viele Funktechnische Offiziere hatten den Befehl, die hochgeheimen Geräte und Unterlagen vor der Kapitulation unbrauchbar zu machen. Nach dem Krieg wurden zahlreiche Absolventen von den Siegermächten im Rahmen von Forschungsprogrammen zur Radartechnik interniert und befragt.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Abwehr von Radarortung: Für die U-Boot-Waffe war dieser Lehrgang ab 1943 überlebenswichtig. Die Funktechnischen Offiziere an Bord oder in den Flottillenstäben koordinierten den Einsatz von Warnempfängern (z. B. „Metox“ oder „Naxos“), um das Boot vor alliierten Flugzeugen zu warnen, die mit Zentimeterwellen-Radar operierten.
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| Angriffsführung bei Nacht: Der Lehrgang befähigte die Offiziere, die bordeigenen Funkmessgeräte (z. B. Fu.M.G. 61 „Hohentwiel“) effektiv für Nachtangriffe über Wasser einzusetzen. Dies erlaubte eine präzise Entfernungsbestimmung zum Ziel, ohne den verräterischen Einsatz von Suchscheinwerfern oder Leuchtkugeln.
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| Technische Instandhaltung: Da U-Boote oft monatelang ohne Werfthilfe operierten, mussten die Funktechnischen Offiziere in der Lage sein, komplexe Elektronikschäden unter schwierigsten Bedingungen (Feuchtigkeit, Erschütterung) selbstständig zu beheben, um die Funktionsfähigkeit der Ortungs- und Nachrichtenanlagen zu garantieren.
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| Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
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| B.Arch. RM 123 / 15 |
Akten der Marinenachrichtenschulen (Enthält die Lehrgangspläne und Fachcurricula für Funkmesstechnik).
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| B.Arch. RM 7 / 2331 |
Unterlagen der Seekriegsleitung zum Nachrichten- und Ortungsdienst (Dokumentiert die Einführung neuer Geräte und die Ausbildungserfordernisse).
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| B.Arch. RM 20 / 893 |
Unterlagen des Befehlshabers der Unterseeboote (B.d.U.) zur technischen Ausrüstung (Belegt den Einsatz von Funktechnischen Offizieren auf U-Booten).
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| Literaturverweise
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| Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. |
Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über das Nachrichtenwesen und die technische Ausbildung).
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| Giessler, Helmuth |
Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst. (Detaillierte Darstellung der technischen Entwicklung und der Ausbildungsgänge für Radaroffiziere).
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| Trenkle, Fritz |
Die deutschen Funkmessverfahren bis 1945. (Standardwerk zur technischen Ausstattung und den dazugehörigen Bedienerschulungen).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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