|
|
|
| Datenblatt
|
U-Unteroffiziers-Ausbildungsabteilung
|
|
|
|
|
| Die Unterseeboot-Unteroffiziers-Ausbildungsabteilung war die zentrale Instanz zur Formung des technischen und seemännischen Führungspersonals unterhalb der Offiziersebene. In diesen Einheiten wurden bewährte Mannschaften in intensiven Lehrgängen zu Maaten und Feldwebeln ausgebildet. Da die Anforderungen auf einem U-Boot weit über dem Standard der Überwasserstreitkräfte lagen, bildete diese Abteilung das qualitative Fundament für die personelle Einsatzbereitschaft der Frontflottillen.
|
|
|
|
|
| Historischer Kontext & Organisation
|
|
|
| Aufstellung und Standorte: Die Abteilungen waren zumeist den Unterseeboot-Lehrdivisionen (U.L.D.) angegliedert. Wichtige Standorte waren Neustadt in Holstein (1. U.L.D.) und Gotenhafen (2. U.L.D.). Die Aufstellung und Erweiterung dieser Abteilungen erfolgte parallel zum massiven Ausbau des U-Boot-Bauprogramms ab 1940, um den enormen Bedarf an Bootsmännern, Maschinisten und Funkmaaten zu decken.
|
| Ausbildungsprofil: Der Fokus lag auf der Verbindung von vertiefter Fachausbildung (z. B. Dieseltechnik, E-Maschinenkunde oder Navigation) und der Erziehung zur militärischen Führungsperson. Ein zukünftiger U-Boot-Unteroffizier musste in der Lage sein, in der Enge des Bootes und unter extremem Stress seine Sektion (z. B. den hinteren Maschinenraum) eigenständig zu leiten. Die Ausbildung umfasste zudem intensives Havarietraining und die Schulung in der Menschenführung für den Dienst auf engstem Raum.
|
| Das Schicksal bei Kriegsende: In der Endphase des Krieges am 08.05.1945 wurden die Ausbildungsabteilungen in der Ostsee teilweise aufgelöst oder als Marine-Schützen-Bataillone zur Verteidigung der Küsten eingesetzt. Viele Ausbilder und Schüler gerieten in Schleswig-Holstein oder Dänemark in britische Gefangenschaft. Ein Teil des hochspezialisierten Personals wurde nach der Kapitulation zur Instandhaltung der verbliebenen Boote unter alliierten Befehl gestellt.
|
|
|
| Relevanz für die U-Boot-Waffe
|
|
|
| Sicherung der Fachkompetenz: Die Unteroffiziere bildeten das technische Rückgrat jedes Bootes. In der Ausbildungsabteilung wurde sichergestellt, dass beispielsweise ein Maschinenmaat die komplexen Dieselanlagen eines Typ VII C Bootes blind beherrschte. Diese fachliche Exzellenz war Voraussetzung für die legendäre Reparaturfähigkeit der U-Boot-Besatzungen auf hoher See.
|
| Führung im Kleinen: Auf einem U-Boot lebten Offiziere und Mannschaften so eng zusammen wie in keiner anderen Waffengattung. Die Unteroffiziers-Ausbildungsabteilung legte den Grundstein für das spezifische Führungsverständnis, das auf fachlicher Autorität und kameradschaftlicher Härte basierte, um die Moral während monatelanger Feindfahrten stabil zu halten.
|
| Nachwuchs für die Oberfeldwebel-Laufbahn: Die Absolventen dieser Abteilung bildeten den Pool, aus dem später nach Frontbewährung die Teilnehmer für die Obersteuermanns- oder Obermaschinistenlehrgänge ausgewählt wurden. Damit war die Abteilung der erste Schritt in die absolute Elite der technischen U-Boot-Führung.
|
|
|
| Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
|
|
|
| B.Arch. RM 123 |
Akten der Unterseeboot-Lehrdivisionen (Dokumentiert die Lehrgangspläne und die personelle Struktur der Unteroffiziersausbildung).
|
| B.Arch. RM 20 / 912 |
Richtlinien für die Ausbildung der Unteroffiziere in der Kriegsmarine (Belegt die spezifischen Anforderungen für die U-Boot-Laufbahnen).
|
| B.Arch. RM 20 / 893 |
Unterlagen des Befehlshabers der Unterseeboote (B.d.U.) zur personellen Ergänzung (Enthält Berichte über die Zuweisung von Maaten zu den Frontflottillen).
|
|
|
| Literaturverweise
|
|
|
| Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. |
Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über das Personal- und Erziehungswesen).
|
| Hildebrand, Hans H. |
Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. (Übersicht der Standorte der Marineschulen und Lehrdivisionen).
|
| Mulligan, Timothy P. |
Die Männer der deutschen U-Boot-Waffe 1939–1945. (Analyse der fachlichen Spezialisierung und der sozialen Rolle der Unteroffiziere).
|
|
|
|
|
|
|
| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
|
|
|
| >>>>U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki<<<<
|
|
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
|