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Signaloffizier

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Datenblatt Signaloffizier
Ein Signaloffizier (S.O.) war ein spezialisierter Offizier der Marine, der für die gesamte Nachrichtenübermittlung, die Signalmittel und die Sicherheit des Funk- und Signaldienstes verantwortlich war. Der Signaloffizier stellte sicher, dass der Befehlsweg zwischen der Führung und der Einheit unter allen Bedingungen aufrechterhalten wurde. Er war der Fachvorgesetzte für das gesamte Nachrichten- und Signalpersonal an Bord eines Schiffes oder innerhalb eines Stabes.
Historischer Kontext & Organisation
Aufgabengebiet und Ausbildung: Das Aufgabengebiet umfasste die Leitung des Funk- und Signaldienstes. Dazu gehörten die optische Signalgebung (Flaggen, Winkersignale, Lichtmorsen) sowie der gesamte Funkverkehr. Der S.O. war zudem für die Verwaltung und Geheimhaltung der Schlüsselmittel, Verschlüsselungsgeräte und Codebücher verantwortlich. Die Ausbildung erfolgte an spezialisierten Nachrichtenschulen der Marine.
Verantwortung im Dienstbetrieb: Im täglichen Dienst überwachte der Signaloffizier die Funkdisziplin und die korrekte Abwicklung des Nachrichtenverkehrs gemäß den geltenden Dienstvorschriften. Er beriet den Kommandanten oder den Verbandführer in allen Fragen der Kommunikationstaktik und der Fernmeldesicherheit.
Das Schicksal bei Kriegsende: In der Endphase des Krieges am 08.05.1945 bestand eine der Hauptaufgaben der Signaloffiziere darin, die Vernichtung geheimer Schlüsselunterlagen und technischer Geräte (wie der Enigma-Maschine) sicherzustellen, um diese vor dem Zugriff der Alliierten zu bewahren. Nach der Kapitulation koordinierten sie teilweise den notwendigen Funkverkehr zur Abwicklung der Kapitulationsbedingungen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Nachrichtenverbindung zum B.d.U.: Auf U-Booten oder in den Stäben der U-Flottillen war der Signaloffizier (oft in Personalunion mit anderen Aufgaben) für die fehlerfreie Übermittlung von Funktelegrammen (F.T.) an den Befehlshaber der Unterseeboote verantwortlich. Eine präzise Verschlüsselung war hierbei überlebenswichtig.
Optische Kommunikation: Bei der Zusammenarbeit von Einheiten auf See, etwa beim Zusammentreffen von Booten oder bei Geleitsicherungen, koordinierte der S.O. die optische Signalgebung, um die Funkstille nicht brechen zu müssen und so eine Ortung durch den Gegner zu verhindern.
Wahrung der Funkstille: Der Signaloffizier trug die Mitverantwortung für die strikte Einhaltung der Funkstille während der Feindfahrten. Er stellte sicher, dass nur auf ausdrücklichen Befehl oder in absoluten Notsituationen Signale ausgestrahlt wurden.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
B.Arch. RM 20 / 895 Dienstvorschriften für den Signaldienst der Kriegsmarine (Enthält die detaillierten Tätigkeitsbeschreibungen für Signaloffiziere).
B.Arch. RM 123 Akten der Marineschulen (Dokumentiert die Lehrgangspläne und Ausbildungsinhalte für das Nachrichten- und Signalpersonal).
B.Arch. RM 7 / 2331 Unterlagen der Seekriegsleitung zur Nachrichtenübermittlung (Behandelt Fragen der Verschlüsselungssicherheit und Kommunikationstaktik).
Literaturverweise
Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Informationen zur fachlichen Gliederung der Offizierskorps).
Giessler, Helmuth Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst. (Darstellung der Entwicklung und Organisation des Nachrichtenwesens).
Mulligan, Timothy P. Die Männer der deutschen U-Boot-Waffe 1939–1945. (Analyse der personellen Struktur und Spezialisierung innerhalb der Besatzungen).
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