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| Datenblatt
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Kompaniechef
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| Der Kompaniechef (oft auch als Kompanieführer bezeichnet) die zentrale disziplinarische und administrative Instanz für das Personal an Land. Während auf einem U-Boot der Kommandant alles entschied, war an Land der Kompaniechef die „Heimat“ des Soldaten. Der Kompaniechef fungierte als primärer Disziplinarvorgesetzter und Erzieher; er koordinierte den gesamten Ausbildungsbetrieb seiner Einheit und bildete das entscheidende Bindeglied zwischen der Abteilungsführung und der Truppe.
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| Entstehung und Funktion
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| Die Dienststellung des Kompaniechefs existierte seit der Gründung der Reichsmarine und wurde in der Kriegsmarine massiv ausgebaut, insbesondere bei den U-Boots-Lehrdivisionen (U.L.D.) und den U-Flottillen.
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| Disziplinargewalt: Er besaß die Strafgewalt (Disziplinarstrafgewalt) über die Unteroffiziere und Mannschaften seiner Kompanie (meist 150 bis 250 Mann).
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| Personalverwaltung: Er war verantwortlich für die Führung der Stammrollen, Wehrpässe und Soldbücher. Wenn ein U-Boot-Fahrer befördert wurde oder Urlaub erhielt, lief dies über den Schreibtisch des Kompaniechefs der Stammkompanie.
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| Ausbildung: In den Lehrdivisionen leitete er die infanteristische und formale Grundausbildung, bevor die Männer zur fachspezifischen Ausbildung (z. B. an die Sperrwaffenschule) weiterzogen.
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| Rang: In der Regel wurde die Position von einem Kapitänleutnant oder einem erfahrenen Oberleutnant zur See besetzt.
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| Ende: Mit der Kapitulation im Mai 1945 endete die Funktion. In den letzten Kriegswochen führten viele Kompaniechefs ihre Einheiten jedoch nicht mehr im Marinestützpunkt, sondern als Infanterie-Kompanien im Erdkampf (z. B. in der „Festung“ Triest oder bei der Verteidigung der Ostseeküste).
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Auslese in der U.L.D.: In den U-Boot-Lehrdivisionen (z. B. in Pillau oder Gotenhafen) waren die Kompaniechefs maßgeblich daran beteiligt, die Eignung der Schüler für den Fronteinsatz zu bewerten.
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| Frontpause für Kommandanten: Erfahrene U-Boot-Kommandanten wurden nach ihren Feindfahrten oft als Kompaniechefs eingesetzt, um ihr praktisches Wissen an den Nachwuchs weiterzugeben und gleichzeitig eine regenerative Phase an Land zu durchlaufen.
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| Personalhistorische Einordnung: In den Personalunterlagen (BArch PERS 6) dokumentiert die Verwendung als Kompaniechef hohe Führungskompetenz und administratives Vertrauen der vorgesetzten Dienststellen.
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| Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 3 / 1024 |
Dienstvorschriften über die Befugnisse und Aufgaben der Kompaniechefs in der Kriegsmarine
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| BArch RM 121 / 162 |
Bestimmungen über die Ausbildung und Führung in den Schiffsstammabteilungen
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| BArch PERS 6 / [Aktennummer] |
Personalakten mit Nachweisen über die Verwendung als Kompaniechef in Land- und Ausbildungseinheiten
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| Literaturverweise
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: |
Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel zur Hierarchie und den Dienststellungen an Land)
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| Mallmann Showell, Jak P.: |
The German Navy in World War Two (Details zur administrativen Struktur der Kompanien)
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| Uhle-Wettler, Franz: |
U-Boot-Krieg – Überlebenskampf und Perspektiven (Kontext zur personellen Führung in der Ausbildungsorganisation)
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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