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I. Wachoffizier (Schiff)

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Datenblatt I. Wachoffizier
Der I. Wachoffizier (I. WO) – war der wichtigste Mann nach dem Kommandanten. Er war der „Manager“ des Schiffes, der den militärischen und administrativen Dienstbetrieb koordinierte. Das das gilt für Zerstörer, Begleitschiffe (wie die Einheiten F 1 bis F 10) und Torpedoboote gleichermaßen, wobei die Bezeichnung je nach Größe der Einheit variierte. Während man auf einem Schlachtschiff vom „Ersten Offizier“ sprach, war auf diesen kleineren Einheiten die Bezeichnung I. Wachoffizier (I. WO) die offizielle und geläufige Form. Auf einem Begleitschiff (F-Boot) war der I. WO oft zusätzlich für die Ausbildung der Rekruten an Bord zuständig. Wenn du in einer Biografie „I. WO F-Boot“ liest, deutet das auf einen Offizier hin, der sowohl taktisch als auch pädagogisch (in der Ausbildung des Nachwuchses) geschult war.
Aufgaben und Funktionen
Stellvertreter des Kommandanten: Er übernahm das Kommando, falls der Kommandant ausfiel. Er war für die allgemeine Sicherheit und die Disziplin der gesamten Besatzung verantwortlich.
Leiter des Innendienstes: Er koordinierte die Arbeit der Fachabteilungen (Artillerie, Navigation, Technik). Er plante den Tagesdienst, die Wacheinteilung und die Rollen (Gefechtsrolle, Brandrolle).
Personalführung: Er war der oberste Vorgesetzte der Unteroffiziere und Mannschaften. Unterstützt wurde er dabei vom Wachtmeister (Spieß) und dem Rollenoffizier.
Gefechtsstation: Im Gefecht befand er sich meist in der Zentrale oder an einer vom Kommandanten getrennten Stelle, um bei einem Treffer auf der Brücke die Führung des Schiffes sofort übernehmen zu können.
Der I. WO auf Zerstörern und Begleitschiffen
Besonderheiten der Dienststellung
Der „Schleifer“: Auf einem Zerstörer war der I. WO der direkte „Zuchtmeister“. Er war für den tadellosen Zustand des Oberdecks und die eiserne Disziplin der 200 bis 300 Mann starken Besatzung verantwortlich.
Torpedoffizier: In der Regel war der I. WO auf Zerstörern und Begleitschiffen gleichzeitig der Torpedoffizier. Er leitete die Ausbildung an den Torpedorohrsätzen und führte im Gefecht den Torpedorangriff – eine perfekte Vorbereitung für eine spätere Laufbahn als U-Boot-Kommandant.
Gefechtsstation: Er befand sich während des Kampfes auf der Brücke direkt neben dem Kommandanten oder leitete von dort aus die Brand- und Leckabwehr (Schadenskontrolle).
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Führungserfahrung: Ein Offizier, der als I. WO einen Zerstörer durch schwere See und Gefechte (z. B. im Bataillon von Arnim oder in der Nordsee) geführt hatte, besaß die notwendige Härte für ein U-Boot-Kommando. Offiziere, die als I. WO auf Zerstörern (z. B. in der 4. Zerstörerflottille) oder Torpedobooten gedient hatten, galten als hochqualifiziert für ein eigenes U-Boot-Kommando. Sie besaßen die nötige Erfahrung in der Menschenführung und der komplexen Schiffsadministration.
Personal: Besonders die Crews 35 bis 37a dienten oft als I. WO auf Zerstörern, bevor sie zur U-Schule kommandiert wurden. Viele Kommandanten der Crews 30 bis 36 (die sogenannten „älteren“ Kommandanten) hatten diese Position auf Überwasserschiffen inne, bevor sie zur U-Boot-Waffe wechselten.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 10.366 Zerstörer-Einsatz. Belegt die namentliche Besetzung der I. WO-Posten während der Operationen.
BArch PERS 6 Personalakten. Invenio Nachweis. Beinhaltet die Qualifikationsberichte über die „nautische und disziplinarische Führung der Division“.
BArch RHD 18 M.Dv. 32. Regelt die Kompetenzen des I. WO auf Begleitschiffen und Booten.
Literaturverweise
Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. Die deutsche Kriegsmarine 1939-1945. Band 2, Abschnitt Bordorganisation.
Koop, Hans J. / Schmolke, Klaus-Peter Die deutschen Zerstörer 1935-1945.
Whitley, Mike J. Zerstörer im Zweiten Weltkrieg.
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