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Beobachtungsoffizier

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Datenblatt Beobachtungsoffizier
In einer U-Flottille war der Beobachtungsoffizier (B.O.) eine spezialisierte Stabsfunktion. Er war das fachliche Bindeglied zum B-Dienst (Beobachtungsdienst) der Kriegsmarine und verantwortlich für die Auswertung und Aufbereitung von Feindnachrichten für die auslaufenden Kommandanten.
Aufgaben und Funktionen
Feindlageauswertung: Er wertete alle verfügbaren Informationen über gegnerische Schiffsbewegungen, Geleitzugrouten und die Standorte der alliierten U-Jagd-Gruppen aus.
Briefing der Kommandanten: Vor jeder Feindfahrt hielt der B.O. das operative Briefing für den Kommandanten (z. B. Richard Bernardelli) und den I. Wachoffizier. Er wies sie in die aktuellsten Erkenntnisse über die gegnerische Taktik und Funkmessverfahren (Radar) ein.
Funkaufklärung: In enger Zusammenarbeit mit dem Funkoffizier der Flottille analysierte er abgefangene Feindfunksprüche, um Rückschlüsse auf geplante Operationen der Royal Navy zu ziehen.
Gefechtsberichterstattung: Nach der Rückkehr eines Bootes führte der B.O. das erste „Debriefing“ durch. Er prüfte die im KTB (Kriegstagebuch) festgehaltenen Beobachtungen auf Übereinstimmung mit anderen Meldungen und wertete sie für den B.d.U. aus.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Operatives Gehirn: Der B.O. war im Stab der Flottille (z. B. der 1. U-Flottille in Brest) dafür verantwortlich, dass die Boote nicht „blind“ in den Atlantik liefen, sondern über die neuesten taktischen Warnungen verfügten.
Abwehr technischer Neuerungen: Er informierte die Besatzungen über neue alliierte Waffen (z. B. den Hedgehog-Werfer) oder Detektionsgeräte, sobald diese durch die Funkaufklärung oder Wrackauswertungen bekannt wurden.
Personal: Diese Position wurde oft mit sehr erfahrenen Offizieren besetzt, die aufgrund von Verwundungen oder Alter nicht mehr auf Frontbooten dienen konnten, aber über einen enormen Erfahrungsschatz im Atlantik-Krieg verfügten.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 30 U-Flottillen. Kernbestand für die Tätigkeitsberichte der Beobachtungsoffiziere innerhalb der Flottillenstäbe.
BArch RM 7 Seekriegsleitung / B-Dienst. Dokumentiert die Informationskette vom zentralen Beobachtungsdienst zu den B.O.s der Flottillen.
BArch PERS 6 Personalakten. Invenio Nachweis für Dienststellungen wie „als B.O. zum Stab der 7. U-Flottille kommandiert“.
Literaturverweise
Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. Die deutsche Kriegsmarine 1939-1945. Band 2, Abschnitt Nachrichtenwesen.
Bonatz, Heinz Die deutsche Marine-Funkaufklärung 1914-1945. (Standardwerk zur Rolle der Beobachtungsoffiziere).
Marinedienstvorschrift Nr. 32 Bestimmungen für die personelle Verwaltung BArch RHD 18 .
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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