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Seekriegsleitung

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Datenblatt Seekriegsleitung (Skl.)
Die Seekriegsleitung (Skl) war das operative und strategische Gehirn innerhalb des Oberkommandos der Kriegsmarine (O.K.M.). Für die U-Boot-Waffe war sie die Instanz, die den globalen Rahmen für den Einsatz der Boote festlegte, während der B.d.U. die taktische Durchführung der Rudelschlacht verantwortete.
Historische Entwicklung und Standorte
Kaiserliche Marine (bis 31.12.1918): Ein eigenständiger Admiralstab existierte parallel zum Reichsmarineamt. Erst im August 1918 wurde eine einheitliche Seekriegsleitung unter Admiral Reinhard Scheer geschaffen, um die verzettelte U-Boot-Strategie zu bündeln.
Reichsmarine (01.01.1919 – 15.03.1935): Die Funktionen der Skl wurden innerhalb der Marineleitung durch die Flottenabteilung (A II) wahrgenommen.
Kriegsmarine (16.03.1935 – 23.05.1945): Mit der Umbenennung in Kriegsmarine wurde die Skl als Herzstück des OKM etabliert.
Standorte: Berlin (Tirpitzufer), ab 1943 Bunkeranlage „Koralle“ bei Bernau, ab 22.04.1945 Verlagerung nach Visselhövede und schließlich Mürwik.
Ende: Mit der Verhaftung der Marineführung am 23.05.1945 in Flensburg-Mürwik.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Strategische Priorisierung: Die Skl entschied über die Zuweisung der U-Boote zu den verschiedenen Kriegsschauplätzen (z. B. Befehl zum Transfer von Booten ins Mittelmeer ab 26.08.1941, gegen den Protest von Dönitz).
Nachrichtenwesen: Die Abteilung Fremde Marinen wertete Informationen über alliierte Konvois aus und lieferte die Basis für die operative Planung.
Waffenpolitik: Die Skl koordinierte die Anforderungen der Front an das Waffenamt, etwa die Einführung der Schnorchel-Technik oder neuer Torpedotypen.
Struktur:
1. Abteilung (I Skl): Operative Führung und Einsatzplanung.
2. Abteilung (II Skl): Organisations- und Ausbildungsfragen.
Chef des Stabes: Bedeutende Offiziere wie Otto Schniewind oder Wilhelm Meisel.
Quellenangabe - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 Seekriegsleitung. Zentraler Bestand. Enthält die Kriegstagebücher (KTB) der Skl (Teil A, B, C und D), in denen die Lage der U-Boot-Waffe täglich bewertet wurde.
BArch RM 6 OKM. Unterlagen zur organisatorischen Einbettung der Skl.
Literaturverweise
Marinedienstvorschrift Nr. 32 Bestimmungen für die personelle Verwaltung der Kriegsmarine
Michael Salewski Die deutsche Seekriegsleitung 1935–1945. (3 Bände, Bernard & Graefe Verlag). Das Standardwerk zur Strategie der Skl.
Walter Lohmann / Hans H. Hildebrand Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band 1, Abschnitt Skl).
Werner Rahn / Gerhard Schreiber Kriegstagebuch der Seekriegsleitung 1939–1945. (Faksimile-Edition der KTB Teil A).
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