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Grundausbildung

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Datenblatt Infanteristische Grundausbildung
Die Grundausbildung (offiziell: Infanteristische Grundausbildung) war das erste Sieb der Kriegsmarine und für jeden Freiwilligen der U-Boot-Waffe obligatorisch. Sie diente der Transformation vom Zivilisten zum Soldaten.
Historischer Kontext & Organisation
Anfang:
Die Ausbildung begann am Tag der Einberufung bei einer der Schiffsstammabteilungen (S.S.A.) oder Marine-Ersatzabteilungen.
Organisation und Standorte:
Die Grundausbildung fand in der Regel nicht direkt bei den spezialisierten U-Boot-Verbänden statt, sondern in den Schiffsstammabteilungen oder den Unterseeboots-Lehr-Divisionen.
Dauer: In Friedenszeiten betrug sie drei Monate, wurde aber während des Krieges auf sechs bis acht Wochen verkürzt.
Beispiel-Standort: Die 4. U-Lehrdivision in Memel war eine zentrale Anlaufstelle für die Erstausbildung künftiger U-Boot-Fahrer.
Ausbildungsinhalte:
Der Fokus lag auf der infanteristischen Basis und der militärischen Disziplin:
Formaldienst: Exerzieren, Marschieren und das Erlernen der militärischen Grußformen. Dies war Voraussetzung für spätere Rollen, etwa als Wachoffiziersschüler.
Waffenausbildung: Handhabung des Karabiner 98k, der Pistole 08 sowie Handgranaten. Auch wenn ein Soldat später auf einem Typ XXI im Maschinenraum diente, musste er zur Selbstverteidigung des Bootes im Hafen oder bei Landgängen an der Waffe ausgebildet sein.
Geländedienst: Tarnung, Schützenlochbau und Bewegungsarten im Feld.
Theorie: Unterricht in der Disziplinarstrafordnung, Dienstgradkunde und der Geschichte der Marine.
Der Übergang zur Fachausbildung:
Erst nach dem erfolgreichen Abschluss der Grundausbildung und der Vereidigung erfolgte die Zuweisung zu den Fachlehrgängen:
Seemännisches Personal wechselte zu Navigations- oder Artillerielehrgängen.
Technisches Personal wurde zu den Marinelehrwerkstätten kommandiert.
Offiziersanwärter begannen ihre Laufbahn als Seekadett mit der praktischen Bordausbildung (beispielsweise auf Segelschulschiffen oder Einheiten wie dem Minensuchbooten).
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Disziplinarisches Fundament: Da der Dienst auf U-Booten extremen psychischen Druck und blindes Vertrauen in Befehle erforderte, wurde hier der Grundstein für die „eiserne Disziplin“ gelegt.
Physische Selektion: Die harte körperliche Belastung während der Grundausbildung diente als erster Filter, um die für den U-Boot-Dienst notwendige Fitness und Zähigkeit zu prüfen.
Personalhistorische Einordnung: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) ist die Zeit der infanteristischen Grundausbildung stets als der erste Dienstbucheintrag vermerkt. Für Offiziere war dies die notwendige Voraussetzung vor dem Wechsel zur Bordausbildung. die psychische Eignung geachtet. Soldaten, die Anzeichen von Platzangst zeigten, wurden bereits hier aussortiert, bevor sie teure Spezialausbildungen wie den Torpedooffizierslehrgang begannen.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 3 / 1024 Dienstvorschriften über die Durchführung der infanteristischen Ausbildung in der Kriegsmarine.
BArch RM 121 / 162 Lehrgangspläne der Schiffsstammabteilungen zur Vereinheitlichung der Grundausbildung (1939–1945).
BArch PERS 6 / [Aktennummer] Personalunterlagen mit Nachweisen über die Ablegung des Diensteides nach Abschluss der Grundausbildung.
Literaturverweise
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band III, Kapitel zur Ausbildung der Mannschaften und Offiziere).
Tessin, Georg Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht. (Band 14, zur Übersicht der Ersatz-Einheiten und deren Standorte).
Hildebrand, Hans H. Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien. (Bietet Kontext zum Alltag in den Marine-Stammabteilungen).
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