Aktionen

Signalgast

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Version vom 11. Februar 2026, 11:01 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datenblatt Signalgast
Ein Signalgast war ein spezialisierter Mannschaftsdienstgrad der Kriegsmarine, der innerhalb des Signaldienstes für die praktische Durchführung der optischen Kommunikation verantwortlich war. Er bildete das ausführende Gegenstück zum Signaloffizier oder Signalmeister. Der Signalgast war der „Spezialist für das Auge“ an Bord. Seine Aufgabe bestand darin, Nachrichten über kurze und mittlere Distanzen ohne die Nutzung von Funkwellen zu übermitteln und zu empfangen, was für die Sicherheit des Schiffes oder Bootes entscheidend war.
Historischer Kontext & Organisation
Aufgabengebiet und Ausbildung: Die Hauptaufgabe des Signalgasten war das Geben und Lesen von optischen Signalen. Dies geschah durch das Setzen von Flaggenhissen (Flaggenalphabet), das Winkern mit Handflaggen oder die Bedienung von Signalscheinwerfern (Lichtmorsen). Die Ausbildung fand an den Marinenachrichtenschulen statt und erforderte eine extrem hohe Konzentrationsfähigkeit sowie exzellente Sehschärfe. Ein Signalgast musste in der Lage sein, einlaufende Lichtsignale auch bei schwerer See oder schlechter Sicht fehlerfrei mitzulesen und unmittelbar niederzuschreiben.
Dienst an Bord: Auf größeren Einheiten dienten die Signalgasten auf dem Signaldeck oder der Brücke. Sie führten das Signalbuch, in dem alle ein- und ausgehenden optischen Meldungen protokolliert wurden. Zudem waren sie für die Instandhaltung der Signalmittel (Flaggen, Leuchtkugeln, Scheinwerfer) verantwortlich. In der Hierarchie standen sie unter dem Signalmaat oder Signalmeister und waren direkt dem Wachoffizier unterstellt.
Das Schicksal bei Kriegsende: Bis zur Kapitulation am 08.05.1945 war der Einsatz der Signalgasten für die Koordination der Schifffahrt, insbesondere in den verminten Gewässern der Ostsee, unverzichtbar. Nach Kriegsende wurden viele Signalgasten aufgrund ihrer Spezialkenntnisse im Deutschen Minenräumdienst weiterverwendet, da die Kommunikation zwischen den Räumverbänden in den weitläufigen Minenfeldern oft ausschließlich über optische Signale abgewickelt wurde, um die Funkkanäle für Notrufe freizuhalten.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Kommunikation bei Geleitsicherung: Beim Zusammentreffen eines U-Bootes mit Sicherungsfahrzeugen, wie beispielsweise der 2. Minensuchflottille, war der Signalgast auf dem Brückendeck des U-Bootes für den Austausch der Identitätssignale zuständig. Durch Lichtmorsen wurde die Berechtigung zum Passieren der Sicherungslinien nachgewiesen, ohne die Funkstille zu brechen.
Sicherheitsfaktor bei Überwasserfahrt: Während der Überwasserfahrt hielt der Signalgast Ausschau nach optischen Signalen von Landstationen oder anderen Booten. Besonders bei der Durchfahrt durch enge Gewässer (z. B. dänische Belte oder norwegische Fjorde) war seine Fähigkeit, Flaggensignale von Küstenstationen schnell zu deuten, entscheidend für die sichere Navigation.
Zusammenarbeit mit dem Kommandanten: In kritischen Situationen, in denen eine Funkübermittlung zu gefährlich war, war der Signalgast das einzige Bindeglied des Kommandanten zur Außenwelt. Seine Schnelligkeit beim Absetzen von Kurzsignalen mittels Signalscheinwerfer konnte über Erfolg oder Abbruch eines Zusammentreffens auf See entscheiden.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
B.Arch. RM 20 / 895 Dienstvorschriften für den Signaldienst der Kriegsmarine (Beschreibt die genauen Tätigkeitsmerkmale und die Ausbildung der Signalgasten).
B.Arch. RM 123 Akten der Marinenachrichtenschulen (Dokumentiert die Prüfungsanforderungen und Lehrgangslisten für das Signalpersonal).
B.Arch. RM 61 Kriegstagebücher der Sicherungsdivisionen (Enthält Berichte über den Einsatz von Signalgasten bei der Einweisung von Fahrzeugen).
Literaturverweise
Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über das Personalwesen und die Fachlaufbahnen).
Giessler, Helmuth Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst. (Darstellung der praktischen Ausbildung am Gerät und der Signalverfahren).
Mulligan, Timothy P. Die Männer der deutschen U-Boot-Waffe 1939–1945. (Analyse der Spezialisierungen innerhalb der Besatzungsstrukturen auf U-Booten).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
>>>>U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki<<<<
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132