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Sperrschulverband: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

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| colspan="3" | Der Sperrschulverband (oft auch als Sperrschulflottille bezeichnet) war die schwimmende Komponente der Sperrwaffenschule. Er stellte die praktischen Plattformen für die Ausbildung und Erprobung im Bereich der Seeminen und Netzsperren. Dieser Verband war die operative Basis, auf der U-Boot-Besatzungen ihr Handwerk für Minenunternehmungen lernten.
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| colspan="3" | Der Sperrschulverband war die zentrale schwimmende Ausbildungseinheit für das Sperrwaffenwesen. Er unterstand fachlich der Inspektion der Sperrwaffen und war dafür verantwortlich, Offiziere und Mannschaften in der Handhabung, dem Legen und dem Räumen von Seeminen sowie im Einsatz von Sperrschutzgeräten zu unterweisen. Der Verband verfügte über eine Vielzahl von Fahrzeugen, an denen die theoretischen Kenntnisse der Sperrwaffenschulen in die praktische Anwendung auf See überführt wurden.
 
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! colspan="3" | Entstehung, Funktion und Ende
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! colspan="3" | Historischer Kontext & Organisation
 
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| colspan="3" | Entstehung: Er wurde zeitgleich mit der Intensivierung der Sperrwaffenausbildung in den 1930er Jahren aufgestellt, um der Sperrwaffenschule (Kiel/Swinemünde) eigene Fahrzeuge für die Praxis zur Verfügung zu stellen.
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| colspan="3" | Aufstellung und Standorte: Die Wurzeln des Verbandes lagen in der Zeit der Reichsmarine. Mit der Expansion der Kriegsmarine wurde der Verband personell und materiell massiv verstärkt. Hauptstandorte waren Kiel und später vor allem die Gewässer der dänischen Belte sowie Pillau in Ostpreußen. Der Verband gliederte sich in mehrere Gruppen, die jeweils auf bestimmte Waffentypen (z. B. Ankertauminen, Grundminen, Schutzgeräte) spezialisiert waren.
 
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| colspan="3" | Ausbildungsprofil: Die Ausbildung umfasste das gesamte Spektrum des Minenkrieges. Dazu gehörten das technische Vorbereiten der Minen an Oberdeck, das präzise Legen von Sperren nach Navigationsvorgaben sowie das Erkennen und Unschädlichmachen gegnerischer Minentypen. Ein weiterer Schwerpunkt war die Erprobung neuer Räumgeräte und die Schulung im Umgang mit akustischen und magnetischen Zündmechanismen, die im Verlauf des Krieges immer komplexer wurden.
 
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| colspan="3" | Funktion: Der Verband betrieb eine Vielzahl von Fahrzeugen (vom Hilfsminensuchboot wie der Volker bis zu Minenschiffen).
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| colspan="3" | Das Schicksal bei Kriegsende: In der Endphase des Krieges am 08.05.1945 war der Verband maßgeblich an der Sicherung der Rückzugswege in der westlichen Ostsee beteiligt. Nach der Kapitulation wurde ein Großteil der Schiffe und des hochspezialisierten Personals in den Deutschen Minenräumdienst (G.M.S.A.) übernommen. Unter britischer Aufsicht leisteten diese Männer einen entscheidenden Beitrag zur Beseitigung der enormen Minengefahr in den europäischen Gewässern.
 
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| colspan="3" | Praktische Lehrgänge: Durchführung von Auswurf- und Räumübungen für Offiziere und Sperrgasten.
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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| colspan="3" | Minen-U-Boot-Ausbildung: Besatzungen von Booten der Typen VII D und XB trainierten hier das präzise Legen von Minensperren.
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| colspan="3" | Spezialausbildung für Minen-U-Boote: Besatzungen von U-Booten, die für Minenunternehmungen vorgesehen waren (insbesondere Typ VIID und Typ XB), erhielten im Sperrschulverband ihre fachspezifische Einweisung. Hier lernten die Männer die Besonderheiten beim Ausstoß von Minen aus den vertikalen Schächten oder den Torpedorohren unter realen Bedingungen.
 
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| colspan="3" | Sicherung der Ausbildungsgewässer: Der Sperrschulverband war indirekt für die Sicherheit der Unterseeboot-Lehrdivisionen verantwortlich, indem er Übungssperren legte und räumte, um das taktische Verhalten von U-Booten beim Durchbrechen feindlicher Minengürtel zu trainieren.
 
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| colspan="3" | Erprobung: Testen neuer Zündmechanismen (magnetisch, akustisch) und Räumgeräte unter Realbedingungen in der Ostsee.
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| colspan="3" | Schulung im Sperrschutz: Angehende U-Boot-Kommandanten und Wachoffiziere wurden im Verband über die Wirkungsweise alliierter Sperrwaffen unterrichtet. Dieses Wissen war entscheidend, um beim Ein- und Auslaufen aus den Bunkerstützpunkten (z. B. Lorient oder Brest) die Gefahr durch britische Luftminen richtig einschätzen zu können.
 
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| colspan="3" | Ende: Mit der Räumung der östlichen Ostsee im Frühjahr 1945 verlegte der Verband nach Westen. Die Schiffe wurden zuletzt oft für Evakuierungsfahrten („Unternehmen Hannibal“) oder zur Sicherung der westlichen Ostsee eingesetzt, bevor sie im Mai 1945 kapitulierten.
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
 
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| B.Arch. RM 20 / 1066 || colspan="3" | Akten der Inspektion der Sperrwaffen (Dokumentiert die Lehrgangspläne und die operative Zuweisung von Schulschiffen des Sperrschulverbandes).
 
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| B.Arch. RM 123 || colspan="3" | Akten der Marineschulen (Enthält Berichte über die fachliche Ausbildung der Sperrwaffenlaufbahn).
 
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| colspan="3" | Der Sperrschulverband war das „Labor“ für den U-Boot-Minenkrieg:
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| B.Arch. RM 7 / 2331 || colspan="3" | Unterlagen der Seekriegsleitung zum Sperrwaffenwesen (Belegt die Erprobung neuer Minentypen durch den Verband).
 
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| colspan="3" | Spezialisten-Schmiede: Jeder Sperroffizier eines U-Boots musste die Lehrgänge auf den Booten dieses Verbandes absolvieren.
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! colspan="3" | Literaturverweise
 
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| colspan="3" | Referenzschiffe: Schiffe wie die [[Volker]] dienten als Übungsziele oder Begleitboote für U-Boote während ihrer taktischen Minenausbildung.
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| Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über die Sperrwaffeninspektion und Ausbildungseinheiten).
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! colspan="3" | Quellenangabe
 
 
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. (Detaillierte Übersicht der Standorte und Verbandschefs des Sperrschulverbandes).
 
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| Bundesarchiv Bestand RM 20 || colspan="3" | Schulen und Bildungseinrichtungen der Kriegsmarine. Unter den Akten der Sperrwaffenschule finden sich die detaillierten Einsatzpläne und KTB-Fragmente des Sperrschulverbandes.
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| Gröner, Erich || colspan="3" | Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. (Band 2 und 3, Informationen zu den Schul- und Versuchsbooten der Sperrwaffenverbände).
 
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Aktuelle Version vom 11. Februar 2026, 12:40 Uhr

Datenblatt Sperrschulverband
Der Sperrschulverband war die zentrale schwimmende Ausbildungseinheit für das Sperrwaffenwesen. Er unterstand fachlich der Inspektion der Sperrwaffen und war dafür verantwortlich, Offiziere und Mannschaften in der Handhabung, dem Legen und dem Räumen von Seeminen sowie im Einsatz von Sperrschutzgeräten zu unterweisen. Der Verband verfügte über eine Vielzahl von Fahrzeugen, an denen die theoretischen Kenntnisse der Sperrwaffenschulen in die praktische Anwendung auf See überführt wurden.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung und Standorte: Die Wurzeln des Verbandes lagen in der Zeit der Reichsmarine. Mit der Expansion der Kriegsmarine wurde der Verband personell und materiell massiv verstärkt. Hauptstandorte waren Kiel und später vor allem die Gewässer der dänischen Belte sowie Pillau in Ostpreußen. Der Verband gliederte sich in mehrere Gruppen, die jeweils auf bestimmte Waffentypen (z. B. Ankertauminen, Grundminen, Schutzgeräte) spezialisiert waren.
Ausbildungsprofil: Die Ausbildung umfasste das gesamte Spektrum des Minenkrieges. Dazu gehörten das technische Vorbereiten der Minen an Oberdeck, das präzise Legen von Sperren nach Navigationsvorgaben sowie das Erkennen und Unschädlichmachen gegnerischer Minentypen. Ein weiterer Schwerpunkt war die Erprobung neuer Räumgeräte und die Schulung im Umgang mit akustischen und magnetischen Zündmechanismen, die im Verlauf des Krieges immer komplexer wurden.
Das Schicksal bei Kriegsende: In der Endphase des Krieges am 08.05.1945 war der Verband maßgeblich an der Sicherung der Rückzugswege in der westlichen Ostsee beteiligt. Nach der Kapitulation wurde ein Großteil der Schiffe und des hochspezialisierten Personals in den Deutschen Minenräumdienst (G.M.S.A.) übernommen. Unter britischer Aufsicht leisteten diese Männer einen entscheidenden Beitrag zur Beseitigung der enormen Minengefahr in den europäischen Gewässern.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Spezialausbildung für Minen-U-Boote: Besatzungen von U-Booten, die für Minenunternehmungen vorgesehen waren (insbesondere Typ VIID und Typ XB), erhielten im Sperrschulverband ihre fachspezifische Einweisung. Hier lernten die Männer die Besonderheiten beim Ausstoß von Minen aus den vertikalen Schächten oder den Torpedorohren unter realen Bedingungen.
Sicherung der Ausbildungsgewässer: Der Sperrschulverband war indirekt für die Sicherheit der Unterseeboot-Lehrdivisionen verantwortlich, indem er Übungssperren legte und räumte, um das taktische Verhalten von U-Booten beim Durchbrechen feindlicher Minengürtel zu trainieren.
Schulung im Sperrschutz: Angehende U-Boot-Kommandanten und Wachoffiziere wurden im Verband über die Wirkungsweise alliierter Sperrwaffen unterrichtet. Dieses Wissen war entscheidend, um beim Ein- und Auslaufen aus den Bunkerstützpunkten (z. B. Lorient oder Brest) die Gefahr durch britische Luftminen richtig einschätzen zu können.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
B.Arch. RM 20 / 1066 Akten der Inspektion der Sperrwaffen (Dokumentiert die Lehrgangspläne und die operative Zuweisung von Schulschiffen des Sperrschulverbandes).
B.Arch. RM 123 Akten der Marineschulen (Enthält Berichte über die fachliche Ausbildung der Sperrwaffenlaufbahn).
B.Arch. RM 7 / 2331 Unterlagen der Seekriegsleitung zum Sperrwaffenwesen (Belegt die Erprobung neuer Minentypen durch den Verband).
Literaturverweise
Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über die Sperrwaffeninspektion und Ausbildungseinheiten).
Hildebrand, Hans H. Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. (Detaillierte Übersicht der Standorte und Verbandschefs des Sperrschulverbandes).
Gröner, Erich Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. (Band 2 und 3, Informationen zu den Schul- und Versuchsbooten der Sperrwaffenverbände).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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