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3. Vorpostenflottille: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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| colspan="3" | Die 3. Vorpostenflottille war ein wesentlicher Sicherungsverband der Kriegsmarine, der während des gesamten Krieges an verschiedenen Brennpunkten eingesetzt wurde. Sie ist besonders durch ihre Rolle bei der Sicherung der U-Boot-Stützpunkte in Westfrankreich und später im Baltikum von Bedeutung.
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| colspan="3" | Die 3. Vorpostenflottille wurde kurz vor Kriegsausbruch im August 1939 mobilgemacht. Sie war als Teil der Sicherungskräfte für die Überwachung der Nordseezugänge und später für den Schutz der besetzten Küsten im Westraum verantwortlich. Die Flottille bestand überwiegend aus umgerüsteten Fischdampfern, die für den militärischen Dienst mit Bewaffnung und Funktechnik nachgerüstet wurden. Sie unterstand operativ dem Führer der Vorpostenboote Nord (später West).
 
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! colspan="3" | Historischer Kontext & Organisation
 
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| colspan="3" | Entstehung: Die Flottille wurde bereits im September 1939 unmittelbar bei Kriegsausbruch aufgestellt.
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| colspan="3" | Aufstellung und Einsatzgebiete: Die Aufstellung erfolgte im August 1939 im Bereich der Marinestation der Nordsee. Zu Beginn des Krieges operierte die Flottille primär in der Deutschen Bucht und im Skagerrak. Nach der Besetzung der Niederlande und Frankreichs wurde der Verband nach Westen verlegt, wobei die Flottille zeitweise in den niederländischen Häfen wie Hoek van Holland sowie später an der Kanalküste stationiert war. Sie war der 1. Sicherungsdivision unterstellt.
 
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| colspan="3" | Aufgabenprofil: Die Hauptaufgaben umfassten den Geleitschutz für Handelsschiffe, die Überwachung von Minenwarngebieten und die aktive U-Boot-Jagd in den Küstengewässern. Die Boote dienten zudem als Flak-Träger zum Schutz vor alliierten Luftangriffen. Die Besatzungen setzten sich aus erfahrenen Seeleuten der Fischereiflotte zusammen, die unter dem Kommando von Reserve- oder aktiven Marineoffizieren standen.
 
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| colspan="3" | Funktion: Hauptaufgabe war der Küstenschutz, Geleitsicherung und die U-Boot-Jagd.
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| colspan="3" | Das Schicksal bei Kriegsende: In der Endphase des Krieges wurde die Flottille in die Rückzugskämpfe im Westraum verwickelt. Teile der Flottille wurden im Jahr 1944 bei den Kämpfen nach der alliierten Invasion in Frankreich und den Niederlanden aufgerieben. Die verbliebenen Einheiten zogen sich in den deutschen Küstenraum zurück. Nach der Kapitulation am 08.05.1945 wurden die Boote teilweise in den Deutschen Minenräumdienst eingegliedert, um die lebenswichtigen Schifffahrtswege zu säubern.
 
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| colspan="3" | Westwall/Kanal (1940–1943): Nach dem Westfeldzug operierte die Flottille von St. Malo und Brest aus. Sie sicherte die Ein- und Auslaufwege der Atlantik-U-Boote gegen britische Zerstörer und Schnellboote.
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| colspan="3" | Baltikum (1944–1945): In der Endphase wurde der Verband in die östliche Ostsee verlegt (u. a. Reval, Libau), um die Rückzugsbewegungen und die Ausbildungsgruppen der U-Boote gegen die sowjetische Flotte abzusichern.
 
 
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| colspan="3" | Fahrzeuge: Typischerweise bestand die Flottille aus umgebauten Fischdampfern und Walfängern (Kennungen V 301 bis V 317).
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| colspan="3" | Sicherung der Auslaufwege: Die 3. Vorpostenflottille sicherte die Zwangswege für auslaufende U-Boote aus den Nordseehäfen gegen britische U-Boot-Lauerstellungen und Luftminen. Die Vorpostenboote agierten als "Schild", um den Frontbooten eine sichere Passage in tiefere Gewässer zu ermöglichen.
 
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| colspan="3" | Unterstützung bei Probefahrten: In der Nordsee übernahm die Flottille gelegentlich Sicherungsaufgaben für neu in Dienst gestellte U-Boote während ihrer ersten Erprobungsfahrten, um diese vor Überraschungsangriffen durch britische Schnellboote oder Flugzeuge zu schützen.
 
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| colspan="3" | Ende: Die Flottille wurde im Mai 1945 nach der Kapitulation in deutschen Gewässern aufgelöst.  
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| colspan="3" | Seenotdienst: Aufgrund ihrer robusten Bauweise wurden die Fischdampfer der 3. Vorpostenflottille häufig zur Bergung von Besatzungen beschädigter U-Boote herangezogen, die es nicht mehr aus eigener Kraft in die Stützpunkte schafften.
 
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
 
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| colspan="3" | Diese Flottille dokumentierte den äußeren Schutzring der U-Boot-Basen.
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| B.Arch. RM 65 / 4 || colspan="3" | Kriegstagebuch (KTB) der 3. Vorpostenflottille (Dokumentiert die täglichen Einsätze und Sicherungsaufgaben im Nord- und Westraum).
 
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| B.Arch. RM 61 / 11 || colspan="3" | Akten des Führers der Vorpostenboote Nord (Enthält Berichte über die materielle Ausstattung und personelle Besetzung der Flottille).
 
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| colspan="3" | Geleitschutz: Einheiten der 3. Vp.-Flottille begleiteten auslaufende U-Boote oft bis weit in die Biskaya hinein, um sie vor britischen U-Booten zu schützen, die dort auf der Lauer lagen.
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| B.Arch. RM 7 / 2331 || colspan="3" | Unterlagen der Seekriegsleitung (Belegt die strategische Einplanung der Vorpostenverbände zur Sicherung der U-Boot-Stützpunkte).
 
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| colspan="3" | Rettungseinsätze: Die Boote der Flottille waren häufig die ersten am Ort, wenn ein U-Boot im Küstenvorfeld durch Fliegerangriffe beschädigt wurde oder sank.
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! colspan="3" | Literaturverweise
 
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| Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über die Vorpostenflottillen).
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| Bundesarchiv Bestand RM 106 || colspan="3" | Flottillen der Sicherungsstreitkräfte. Dies ist der Kernbestand. Er enthält die Kriegstagebücher (KTB) der 3. Vorpostenflottille. Hier finden sich oft Meldungen über U-Boot-Geleite.
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. (Detaillierte Übersicht der Flottillenchefs und Unterstellungen).
 
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| Lexikon der Wehrmacht || colspan="3" | [https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Sicherungsflott/VFlottillen/3VFlott.htm| → 3. Vorpostenflottille]
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| Gröner, Erich || colspan="3" | Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. (Band 8, technische Daten zu den als Vorpostenboote genutzten Fischdampfern).
 
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Aktuelle Version vom 11. Februar 2026, 12:26 Uhr

Datenblatt 3. Vorpostenflottille
Die 3. Vorpostenflottille wurde kurz vor Kriegsausbruch im August 1939 mobilgemacht. Sie war als Teil der Sicherungskräfte für die Überwachung der Nordseezugänge und später für den Schutz der besetzten Küsten im Westraum verantwortlich. Die Flottille bestand überwiegend aus umgerüsteten Fischdampfern, die für den militärischen Dienst mit Bewaffnung und Funktechnik nachgerüstet wurden. Sie unterstand operativ dem Führer der Vorpostenboote Nord (später West).
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung und Einsatzgebiete: Die Aufstellung erfolgte im August 1939 im Bereich der Marinestation der Nordsee. Zu Beginn des Krieges operierte die Flottille primär in der Deutschen Bucht und im Skagerrak. Nach der Besetzung der Niederlande und Frankreichs wurde der Verband nach Westen verlegt, wobei die Flottille zeitweise in den niederländischen Häfen wie Hoek van Holland sowie später an der Kanalküste stationiert war. Sie war der 1. Sicherungsdivision unterstellt.
Aufgabenprofil: Die Hauptaufgaben umfassten den Geleitschutz für Handelsschiffe, die Überwachung von Minenwarngebieten und die aktive U-Boot-Jagd in den Küstengewässern. Die Boote dienten zudem als Flak-Träger zum Schutz vor alliierten Luftangriffen. Die Besatzungen setzten sich aus erfahrenen Seeleuten der Fischereiflotte zusammen, die unter dem Kommando von Reserve- oder aktiven Marineoffizieren standen.
Das Schicksal bei Kriegsende: In der Endphase des Krieges wurde die Flottille in die Rückzugskämpfe im Westraum verwickelt. Teile der Flottille wurden im Jahr 1944 bei den Kämpfen nach der alliierten Invasion in Frankreich und den Niederlanden aufgerieben. Die verbliebenen Einheiten zogen sich in den deutschen Küstenraum zurück. Nach der Kapitulation am 08.05.1945 wurden die Boote teilweise in den Deutschen Minenräumdienst eingegliedert, um die lebenswichtigen Schifffahrtswege zu säubern.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Sicherung der Auslaufwege: Die 3. Vorpostenflottille sicherte die Zwangswege für auslaufende U-Boote aus den Nordseehäfen gegen britische U-Boot-Lauerstellungen und Luftminen. Die Vorpostenboote agierten als "Schild", um den Frontbooten eine sichere Passage in tiefere Gewässer zu ermöglichen.
Unterstützung bei Probefahrten: In der Nordsee übernahm die Flottille gelegentlich Sicherungsaufgaben für neu in Dienst gestellte U-Boote während ihrer ersten Erprobungsfahrten, um diese vor Überraschungsangriffen durch britische Schnellboote oder Flugzeuge zu schützen.
Seenotdienst: Aufgrund ihrer robusten Bauweise wurden die Fischdampfer der 3. Vorpostenflottille häufig zur Bergung von Besatzungen beschädigter U-Boote herangezogen, die es nicht mehr aus eigener Kraft in die Stützpunkte schafften.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
B.Arch. RM 65 / 4 Kriegstagebuch (KTB) der 3. Vorpostenflottille (Dokumentiert die täglichen Einsätze und Sicherungsaufgaben im Nord- und Westraum).
B.Arch. RM 61 / 11 Akten des Führers der Vorpostenboote Nord (Enthält Berichte über die materielle Ausstattung und personelle Besetzung der Flottille).
B.Arch. RM 7 / 2331 Unterlagen der Seekriegsleitung (Belegt die strategische Einplanung der Vorpostenverbände zur Sicherung der U-Boot-Stützpunkte).
Literaturverweise
Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über die Vorpostenflottillen).
Hildebrand, Hans H. Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. (Detaillierte Übersicht der Flottillenchefs und Unterstellungen).
Gröner, Erich Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. (Band 8, technische Daten zu den als Vorpostenboote genutzten Fischdampfern).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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