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Flaggleutnant: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Der Flaggleutnant war eine prestigeträchtige Sonderfunktion innerhalb der Kriegsmarine. Er diente als persönlicher Adjutant eines Flaggoffiziers (Admiralität) und war dessen ständiger Begleiter in allen dienstlichen Belangen.
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| colspan="3" | Ein Flaggleutnant war ein persönlicher Adjutant eines Admirals oder eines Verbandführers (z. B. eines Befehlshabers der Sicherung), der für die Übermittlung von Befehlen und die Koordination des Signalwesens innerhalb des Stabes verantwortlich war. Der Flaggleutnant fungierte als engster Mitarbeiter des Befehlshabers in allen operativen Belangen der Signalübermittlung und Repräsentation. Er war die direkte Schnittstelle zwischen dem Admiral und den Kommunikationseinheiten des Flaggschiffs oder der Landdienststelle.
 
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| colspan="3" | Persönliche Assistenz: Er war der „Schatten“ des Admirals (beispielsweise des Vizeadmirals oder Konteradmirals). Er führte den Terminkalender, empfing Gäste und regelte den persönlichen Dienstbetrieb des Vorgesetzten.
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| colspan="3" | Aufgabengebiet und Adjutantur: Der Flaggleutnant begleitete den Admiral auf See und an Land. Sein Hauptaufgabengebiet lag in der Überwachung des Signaldienstes des Verbandes. Er stellte sicher, dass die Befehle des Befehlshabers korrekt mittels Flaggen, Lichtsignalen oder Funk an die unterstellten Einheiten weitergegeben wurden. Zudem oblag ihm die Organisation des Protokolls und der Ehrendienste bei offiziellen Anlässen oder Besichtigungen.
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| colspan="3" | Operative Funktion: In Gefechtssituationen oder bei Manövern war er dafür verantwortlich, dass die Manövriersignale des Flaggschiffs von allen Einheiten des Verbandes verstanden und zeitgleich ausgeführt wurden. Er führte zudem oft das Kriegstagebuch (K.T.B.) des Stabes oder unterstützte den Ersten Admiralstabsoffizier (A I) bei der Lageerstellung.
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| colspan="3" | Das Schicksal bei Kriegsende: In der Endphase des Krieges koordinierten Flaggleutnants oft die letzten Rückzugsbewegungen ihrer Stäbe. Nach der Kapitulation am 08.05.1945 waren sie häufig an den Verhandlungen zur Übergabe ihrer Dienststellen oder Schiffe an die alliierten Mächte beteiligt. Da sie über tiefen Einblick in die operativen Abläufe verfügten, gehörten sie oft zu den Offizieren, die für Befragungen durch die Alliierten länger in Gewahrsam blieben.
 
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| colspan="3" | Signaldienst und Kommunikation: Eine seiner wichtigsten Aufgaben war die Überwachung der Signalführung. Wenn der Admiral sich an Bord eines Schiffes befand, stellte der Flaggleutnant sicher, dass die Admiralsflagge korrekt geführt wurde und alle Signale des Admirals präzise übermittelt wurden.
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| colspan="3" | Geheimhaltung: Er hatte oft Einblick in höchst vertrauliche Operationspläne und war für die Verschlüsselung persönlicher Nachrichten des Admirals mittels der Enigma verantwortlich.
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| colspan="3" | Koordination mit Sicherungsverbänden: Flaggleutnants in den Stäben der Befehlshaber der Sicherung (z. B. B.S.N. oder B.S.W.) spielten eine wichtige Rolle bei der Abstimmung zwischen den Sicherungsflottillen und den auslaufenden U-Booten. Sie stellten sicher, dass die Erkennungssignale für die Passage der eigenen Minensperren aktuell und allen Beteiligten bekannt waren.
 
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| colspan="3" | Repräsentation: Bei offiziellen Anlässen koordinierte er das Protokoll und die Etikette. Er begleitete den Admiral bei Truppenbesuchen in den Unterseeboots-Lehr-Divisionen oder bei Werftbesichtigungen für den neuen Typ XXI.
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| colspan="3" | Verbindung zum B.d.U.: Bei Besuchen des Befehlshabers der Unterseeboote (B.d.U.) auf Frontstützpunkten oder bei Besprechungen zwischen verschiedenen Admiralstäben übernahm der Flaggleutnant die logistische und kommunikationstaktische Vorbereitung, um eine reibungslose Befehlsübermittlung zu gewährleisten.
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| colspan="3" | Signaltechnische Überwachung: Er achtete darauf, dass die speziellen Signalvorschriften für die Zusammenarbeit zwischen Überwasserstreitkräften und U-Booten strikt eingehalten wurden, um Missverständnisse und Eigenbeschuss zu vermeiden.
 
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| colspan="3" | Karrierestufe: Die Position wurde meist mit besonders fähigen Leutnanten zur See oder Oberleutnanten zur See besetzt. Für den jungen Offizier bot diese Stelle die einmalige Gelegenheit, strategische Entscheidungsprozesse aus nächster Nähe zu studieren, bevor er selbst ein Kommando auf einem Typ VII C übernahm.
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
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| B.Arch. RM 20 / 895 || colspan="3" | Dienstvorschriften für den Signaldienst der Kriegsmarine (Beschreibt die Aufgaben des Flaggleutnants im Signalwesen).
 
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| B.Arch. RM 7 || colspan="3" | Akten der Seekriegsleitung (Enthält Berichte über die personelle Zusammensetzung der Admiralstäbe und die Rolle der Adjutanten).
 
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! colspan="3" | Quellenangabe
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| B.Arch. RM 123 || colspan="3" | Akten der Marineschulen (Belegt die Ausbildungsinhalte für Offiziere in Adjutantenfunktionen).
 
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| Lexikon der Wehrmacht || colspan="3" | Unter [https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/| Lexikon der Wehrmacht] Artikel über die Dienststellungen im Admiralsstab und die Rolle des persönlichen Adjutanten.
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| Bundesarchiv Signatur Pers 6 || colspan="3" | (Personalakten von Offizieren der Wehrmacht) – Invenio Online-Recherche. Dokumentiert die Auswahl und Tätigkeit von Offizieren in der Funktion als Flaggleutnant.
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| Bundesarchiv Signatur RM 7 || colspan="3" | (Seekriegsleitung) – Enthält Berichte und Tagebuchnotizen, die oft von Flaggleutnanten für ihre Admirale verfasst wurden.
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| Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über die Admiralstäbe und die Struktur der Adjutantur).
 
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| Wikipedia/Deutschland || colspan="3" | [https://de.wikipedia.org/wiki/Flaggleutnant| Flaggleutnant]
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. (Detaillierte Auflistung der Offiziere in Flaggleutnants-Stellungen).
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| Gröner, Erich || colspan="3" | Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. (Band 2, Informationen zur Ausstattung der Flaggschiffe und deren Stabsräumlichkeiten).
 
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Version vom 11. Februar 2026, 09:40 Uhr

Datenblatt Flaggleutnant
Ein Flaggleutnant war ein persönlicher Adjutant eines Admirals oder eines Verbandführers (z. B. eines Befehlshabers der Sicherung), der für die Übermittlung von Befehlen und die Koordination des Signalwesens innerhalb des Stabes verantwortlich war. Der Flaggleutnant fungierte als engster Mitarbeiter des Befehlshabers in allen operativen Belangen der Signalübermittlung und Repräsentation. Er war die direkte Schnittstelle zwischen dem Admiral und den Kommunikationseinheiten des Flaggschiffs oder der Landdienststelle.
Historischer Kontext & Organisation
Aufgabengebiet und Adjutantur: Der Flaggleutnant begleitete den Admiral auf See und an Land. Sein Hauptaufgabengebiet lag in der Überwachung des Signaldienstes des Verbandes. Er stellte sicher, dass die Befehle des Befehlshabers korrekt mittels Flaggen, Lichtsignalen oder Funk an die unterstellten Einheiten weitergegeben wurden. Zudem oblag ihm die Organisation des Protokolls und der Ehrendienste bei offiziellen Anlässen oder Besichtigungen.
Operative Funktion: In Gefechtssituationen oder bei Manövern war er dafür verantwortlich, dass die Manövriersignale des Flaggschiffs von allen Einheiten des Verbandes verstanden und zeitgleich ausgeführt wurden. Er führte zudem oft das Kriegstagebuch (K.T.B.) des Stabes oder unterstützte den Ersten Admiralstabsoffizier (A I) bei der Lageerstellung.
Das Schicksal bei Kriegsende: In der Endphase des Krieges koordinierten Flaggleutnants oft die letzten Rückzugsbewegungen ihrer Stäbe. Nach der Kapitulation am 08.05.1945 waren sie häufig an den Verhandlungen zur Übergabe ihrer Dienststellen oder Schiffe an die alliierten Mächte beteiligt. Da sie über tiefen Einblick in die operativen Abläufe verfügten, gehörten sie oft zu den Offizieren, die für Befragungen durch die Alliierten länger in Gewahrsam blieben.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Koordination mit Sicherungsverbänden: Flaggleutnants in den Stäben der Befehlshaber der Sicherung (z. B. B.S.N. oder B.S.W.) spielten eine wichtige Rolle bei der Abstimmung zwischen den Sicherungsflottillen und den auslaufenden U-Booten. Sie stellten sicher, dass die Erkennungssignale für die Passage der eigenen Minensperren aktuell und allen Beteiligten bekannt waren.
Verbindung zum B.d.U.: Bei Besuchen des Befehlshabers der Unterseeboote (B.d.U.) auf Frontstützpunkten oder bei Besprechungen zwischen verschiedenen Admiralstäben übernahm der Flaggleutnant die logistische und kommunikationstaktische Vorbereitung, um eine reibungslose Befehlsübermittlung zu gewährleisten.
Signaltechnische Überwachung: Er achtete darauf, dass die speziellen Signalvorschriften für die Zusammenarbeit zwischen Überwasserstreitkräften und U-Booten strikt eingehalten wurden, um Missverständnisse und Eigenbeschuss zu vermeiden.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
B.Arch. RM 20 / 895 Dienstvorschriften für den Signaldienst der Kriegsmarine (Beschreibt die Aufgaben des Flaggleutnants im Signalwesen).
B.Arch. RM 7 Akten der Seekriegsleitung (Enthält Berichte über die personelle Zusammensetzung der Admiralstäbe und die Rolle der Adjutanten).
B.Arch. RM 123 Akten der Marineschulen (Belegt die Ausbildungsinhalte für Offiziere in Adjutantenfunktionen).
Literaturverweise
Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über die Admiralstäbe und die Struktur der Adjutantur).
Hildebrand, Hans H. Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. (Detaillierte Auflistung der Offiziere in Flaggleutnants-Stellungen).
Gröner, Erich Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. (Band 2, Informationen zur Ausstattung der Flaggschiffe und deren Stabsräumlichkeiten).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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