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1. Schiffsstammregiment: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="2" | Das 1. Schiffsstammregiment wurde im Januar 1944 als übergeordnete Führungsebene für die im Raum Stralsund konzentrierten Schiffsstammabteilungen (S.S.A.) aufgestellt. Es unterstand truppendienstlich dem 2. Admiral der Ostsee (B.S.O.). Das Regiment koordinierte die infanteristische und seemännische Grundausbildung tausender Rekruten in den Kasernenanlagen von Stralsund (insbes. Schwedenschanze und Dänholm). Es diente als administratives Dach zur Standardisierung der Ausbildungsmethodik und zur Steuerung des Personalflusses innerhalb der Marinestation der Ostsee, bevor die Soldaten an die Fachschulen oder Frontverbände versetzt wurden.
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| colspan="2" | Das 1. Schiffsstammregiment in Stralsund war eine übergeordnete Führungsebene für die dort stationierten Schiffsstammabteilungen (S.S.A.). Es existierte in zwei Hauptphasen: Zunächst im Frühjahr 1939 (März bis Juni) zur Koordination der massiven personellen Expansion vor Kriegsbeginn, und erneut ab Januar 1944 zur Bündelung der Ausbildungskapazitäten in der Marinestation der Ostsee. Das Regiment unterstand dem 2. Admiral der Ostsee (B.S.O.) und war für die einheitliche infanteristische und seemännische Grundausbildung tausender Rekruten in den Kasernen Schwedenschanze und Dänholm verantwortlich.
 
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! colspan="3" | Entstehung, Funktion und Aufgaben
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| Aufstellung: || colspan="3" | 01.01.1944 in Stralsund; Zusammenfassung der 1., 3. und 5. Schiffsstammabteilung.
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| Vorkrieg 1939: || colspan="3" | Kurzzeitige Formierung (nachgewiesen März–Juni 1939) zur Steuerung der Rekrutenjahrgänge für das Flottenbauprogramm.
 
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| Aufgabe: || colspan="3" | Führung der unterstellten Abteilungen; Überwachung der militärischen Disziplin; Organisation der Standortverteidigung; Personalersatzwesen.
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| Neuaufstellung: || colspan="3" | 01.01.1944; Zusammenfassung der 1., 3. und 5. Schiffsstammabteilung unter einem Regimentsstab.
 
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| Standort: || colspan="3" | Stralsund (Pommern). Nutzung der großflächigen Marinekasernen im Bereich der Sundpromenade und auf dem Dänholm.
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| Aufgabe: || colspan="3" | Führung der Abteilungen; Standardisierung der Ausbildung; Personalersatzwesen; militärische Erziehung; Standortverteidigung.
 
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| Ende 1945: || colspan="3" | Auflösung im April 1945; Einsatz von Teilen des Personals in Marine-Schützen-Bataillonen zur Verteidigung der Linie an der Oder.
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| Ende 1945: || colspan="3" | Auflösung im April 1945; Einsatz des Personals in Marine-Schützen-Bataillonen zur Verteidigung der Oder-Linie.
 
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! colspan="3" | Spezifische Merkmale
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| Ausbildung: || colspan="3" | Sicherstellung des „Marineschliffs“; Ausbildung an Handfeuerwaffen, im Formaldienst und in seemännischer Basiskunde.
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| Adjutantur: || colspan="3" | Der Regimentsadjutant (nachgewiesen 1939) koordinierte den Dienstschriftverkehr und die personelle Führung des Offiziers- und Stammpersonals.
 
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| Struktur: || colspan="3" | Der Regimentsstab entlastete die höhere Führungsebene (B.S.O.) von der direkten Betreuung der massiv überbelegten Stammabteilungen.
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| Ausbildung: || colspan="3" | Sicherstellung des „Marineschliffs“ durch Exerzierdienst, Geländeaubildung und seemännische Basisschulung.
 
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| Kader: || colspan="3" | Besetzung des Stabes durch dienstältere Kapitäne zur See mit Erfahrung im Personal- und Ausbildungswesen.
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| Infrastruktur: || colspan="3" | Nutzung der strategisch wichtigen Garnison Stralsund als Tor zur Ostsee für die Rekrutenschleusen der Marine.
 
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| Basisausbildung: || colspan="3" | Ein erheblicher Prozentsatz des Personals für die U-Boot-Neubauprogramme durchlief die Grundausbildung in den Einheiten dieses Regiments.
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| Kaderbildung: || colspan="3" | Die 1939 geschulten Soldaten bildeten die Frontbesatzungen bei Kriegsausbruch; 1944/45 stellte das Regiment den Ersatz für die neuen Typen (XXI/XXIII).
 
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| Selektion: || colspan="3" | In den zum Regiment gehörenden Abteilungen erfolgte die erste fachliche Sichtung der Rekruten für die U-Boot-Sonderlaufbahnen.
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| Selektion: || colspan="3" | In den unterstellten Abteilungen erfolgte die erste fachliche Sichtung der Freiwilligen für die U-Boot-Sonderlaufbahnen.
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| Endkampf: || colspan="3" | 1945 wurden bootlose U-Boot-Männer und Rekruten des Regiments gemeinsam in Alarmverbänden zur Sicherung Rügens und Stralsunds eingesetzt.
 
 
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| BArch RM 121 || colspan="3" | Marinelehrgänge und Stammabteilungen: Akten über die Bildung der Schiffsstammregimenter 1944.
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Werdegänge mit Nachweisen als „Adjutant“ (1939) oder „Stabsoffizier“ (1944) im 1. Schiffsstammregiment.
 
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Werdegänge mit Dienstzeitnachweisen im Stab des „1. Schiffsstammregiments“.
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| BArch RM 121 || colspan="3" | Marinelehrgänge und Stammabteilungen: Akten über die Regimentsstrukturen 1939 und 1944.
 
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| BArch RM 112 || colspan="3" | Marinestation der Ostsee: Unterlagen zur Standortverwaltung und Belegung im Raum Stralsund.
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| BArch RM 112 || colspan="3" | Marinestation der Ostsee: Unterlagen zur Standortverwaltung in Stralsund.
 
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Aktuelle Version vom 9. März 2026, 16:00 Uhr

Verband 1. Schiffsstammregiment
Das 1. Schiffsstammregiment in Stralsund war eine übergeordnete Führungsebene für die dort stationierten Schiffsstammabteilungen (S.S.A.). Es existierte in zwei Hauptphasen: Zunächst im Frühjahr 1939 (März bis Juni) zur Koordination der massiven personellen Expansion vor Kriegsbeginn, und erneut ab Januar 1944 zur Bündelung der Ausbildungskapazitäten in der Marinestation der Ostsee. Das Regiment unterstand dem 2. Admiral der Ostsee (B.S.O.) und war für die einheitliche infanteristische und seemännische Grundausbildung tausender Rekruten in den Kasernen Schwedenschanze und Dänholm verantwortlich.
Entstehung, Funktion und Phasen
Vorkrieg 1939: Kurzzeitige Formierung (nachgewiesen März–Juni 1939) zur Steuerung der Rekrutenjahrgänge für das Flottenbauprogramm.
Neuaufstellung: 01.01.1944; Zusammenfassung der 1., 3. und 5. Schiffsstammabteilung unter einem Regimentsstab.
Aufgabe: Führung der Abteilungen; Standardisierung der Ausbildung; Personalersatzwesen; militärische Erziehung; Standortverteidigung.
Ende 1945: Auflösung im April 1945; Einsatz des Personals in Marine-Schützen-Bataillonen zur Verteidigung der Oder-Linie.
Spezifische Merkmale und Stabsarbeit
Adjutantur: Der Regimentsadjutant (nachgewiesen 1939) koordinierte den Dienstschriftverkehr und die personelle Führung des Offiziers- und Stammpersonals.
Ausbildung: Sicherstellung des „Marineschliffs“ durch Exerzierdienst, Geländeaubildung und seemännische Basisschulung.
Infrastruktur: Nutzung der strategisch wichtigen Garnison Stralsund als Tor zur Ostsee für die Rekrutenschleusen der Marine.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Kaderbildung: Die 1939 geschulten Soldaten bildeten die Frontbesatzungen bei Kriegsausbruch; 1944/45 stellte das Regiment den Ersatz für die neuen Typen (XXI/XXIII).
Selektion: In den unterstellten Abteilungen erfolgte die erste fachliche Sichtung der Freiwilligen für die U-Boot-Sonderlaufbahnen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit Nachweisen als „Adjutant“ (1939) oder „Stabsoffizier“ (1944) im 1. Schiffsstammregiment.
BArch RM 121 Marinelehrgänge und Stammabteilungen: Akten über die Regimentsstrukturen 1939 und 1944.
BArch RM 112 Marinestation der Ostsee: Unterlagen zur Standortverwaltung in Stralsund.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Die Stammverbände).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Systematik der Regimentsstäbe).
Koop / Schmolke „Die deutschen Marinestützpunkte: Von Flensburg bis Memel“.
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