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Küsten-Fliegergruppe 906: Unterschied zwischen den Versionen

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! Datenblatt
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! '''Küsten-Fliegergruppe 906'''
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| colspan="3" | Die Küstenfliegergruppe 906 (KFl.Gr. 906) war ein spezialisierter fliegender Verband, der für die U-Boot-Waffe besonders aufgrund seiner Einsätze im Westraum (Atlantikküste) und der engen Verzahnung mit den dortigen U-Boot-Stützpunkten relevant ist.
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! colspan="3" | Entstehung und Gliederung (22.10.1939)
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| colspan="3" | Stab: Aufgestellt in Kamp (He 60) aus Stab/706.
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| colspan="3" | 1. Staffel: Aufgestellt in Nest (He 60/114) aus 1./706.
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| colspan="3" | 2. Staffel: Aufgestellt in Hörnum (Do 18) aus 2./606.
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| colspan="3" | 3. Staffel: Aufgestellt in Norderney (He 59) aus 3./706.
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! colspan="3" | Einsatzchronik und Standorte
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| colspan="3" | 1939 (Aufbau & Ostsee): Stab und 1. Staffel sicherten ab November von Pillau aus die Ostsee. 2. und 3. Staffel überwachten von Sylt und Norderney die Nordsee.
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| colspan="3" | 1940 (Westraum & Weserübung): Umrüstung auf He 115. Einsatz des Stabes und der 1. Staffel von Aalborg (Dänemark) über der Nordsee. Die 1. Staffel verlegte im Oktober nach Brest-Hourtin (Frankreich) zur Atlantikaufklärung. Die 3. Staffel operierte ab Juli von Amsterdam-Schellingwoude aus.
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| colspan="3" | 1941 (Atlantik & Eismeer): Die 1. Staffel sicherte von Stavanger die Nordflanke. Die 2. Staffel rüstete auf Ju 88 A um und kam über der östlichen Ostsee (Riga) zum Einsatz. Die 3. Staffel verlegte über Stavanger nach Tromsø, um die Eismeer-Konvois zu beschatten.
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| colspan="3" | 1942–1943 (Endphase): Umrüstung der 3. Staffel auf die dreimotorige BV 138 („Fliegender Holzschuh“) in Tromsø. Die 1. Staffel operierte zuletzt vom Billefjord (Spitzbergen-Raum) aus.
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| || colspan="3" | Die Küstenfliegergruppe 906 wurde am 22. Oktober 1939 aufgestellt: Stab mit der He 60 aus dem Stab der Küstenfliegergruppe 706 auf dem Seefliegerhorst Kamp, die 1. Staffel mit der He 60 und der Ne 114 aus der 1. / Küstenfliegergruppe 706 auf dem Seefliegerhorst Nest, die 2. Staffel mit der Do 18 aus der 2. / Küstenfliegergruppe 606 in Hörnum und die 3. Staffel mir der He 59 aus der 3. / Küstenfliegergruppe 706 in Norderney. Im Januar 1940 wurde der Stab mit der He 115 ausgerüstet, im April 1940 folgte die 1. Staffel und im gleichen Jahr die 3. Staffel. Am 29. November 1940 tauschte die 3. Staffel mit der 2. / Küstenfliegergruppe 106 die Bezeichnung, die neue Staffel war mit der Do 18 ausgerüstet. Im April 1941 erhielt die 2. Staffel die Ju 88 A. Am 6. Oktober 1941 tauschten die 2. Staffel mit der 2. / Küstenfliegergruppe 506 die Bezeichnung. Stab und 2. Staffel wurden am 11. April 1942 aufgelöst. Die 1. Staffel wurde am 13. Juli 1943 zur 8. / Kampfgeschwader 26, die 3. Staffel kam zur Seeaufklärungsgruppe 131.
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! colspan="3" | Auflösung und Umgliederung
 
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| || colspan="3" | 1939: Die Kampfgruppe kam ab ihrer Aufstellung getrennt zum Einsatz: Der Stab wurde mit der He 60 vom Seefliegerhorst Kamp aus eingesetzt und verlegte am 1. November 1939 nach Pillau. Von dort aus wurde er über der Ostsee eingesetzt. Die 1. Staffel lag nach ihrer Aufstellung auf dem Seefliegerhorst Nest und verlegte am 1. November 1939 nach Pillau. Die 2. Staffel wurde von Hörnum auf Sylt aus über der Nordsee eingesetzt. Die 3. Staffel  wurde von Norderney aus über der Nordsee eingesetzt.
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| || colspan="3" | 1940: Zu Beginn des Jahres 1940 lag der Stab der Küstenfliegergruppe 906 in Pillau. Am 1. Januar 1940 verlegte er nach Kiel-Holtenau. Auf die He 115 umgerüstet, wurde der Stab über der Nordsee eingesetzt. Am 11. April 1940 verlegte er nach Dänemark auf den Fliegerhorst Aalborg, von wo aus er über der Nordsee eingesetzt wurde. Die 1. Staffel lag zu Jahresbeginn in Pillau und verlegte am 10. Januar 1940 nach Kiel-Holtenau. Hier wurde sie auf die He 115 umgerüstet und am 11. April 1940 im Zuge des Unternehmens Weserübung auf den Seefliegerhorst Aalborg. Am 2. September verlegte die Staffel nach Norderney, wo sie aufgefrischt wurde, um im Oktober 1940 nach Brest-Hourtin in Frankreich zu verlegen. Die 2. Staffel wurde zu Jahresbeginn von Hörnum aus eingesetzt. Nach der Besetzung Norwegens verlegte sie am 31. Mai 1940 nach Stavanger. Am 27. Juli 1940 kehrte sie mit der Verlegung nach Hörnum zurück. Die 3. Staffel war bei Kriegsbeginn in Norderney eingesetzt, wo sie auf die He 115 umgerüstet wurde. Am 27. Juli 1940 wurde die Staffel nach Schellingwoude bei Amsterdam verlegt und dort am 29. November 1940 zur 2. / Küstenfliegergruppe 106 umbenannt. Die am 29. November 1940 zur 3. Staffel umbenannte 2. / Küstenfliegergruppe 106 war mit der Do 18 in Cherbourg in Frankreich eingesetzt.
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| colspan="3" | 11.04.1942: Auflösung von Stab und 2. Staffel.
 
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| || colspan="3" | 1941: Der Stab der Küstenfliegergruppe 906 war das gesamte Jahr 1941 von Aalborg aus über der Nordsee eingesetzt. Zu Jahresbeginn lag die 1. Staffel in Brest-Hourtin in Frankreich. Am 4. Januar 1941 verlegte die Staffel mit ihren He 115 nach Stavanger in Norwegen. Die 2. Staffel lag bei Jahresbeginn in Hörnum und verlegte am 24. April 1941 nach Westerland, wo sie mit der Ju 88 A umgerüstet wurde. Anschließend verlegte die Staffel nach Riga, um über der östlichen Ostsee eingesetzt zu werden. Am 6. Oktober 1941 wurde die Staffel zu3 2. / Küstenfliegergruppe 506. Die zur neuen 2. Staffel umbenannte 2. / Küstenfliegergruppe 506 war mit der He 115 ausgerüstet und in Brest-Süd in Frankreich eingesetzt. Die 3. Staffel war bei Jahresbeginn mit der Do 18 in Cherbourg und verlegte im Februar 1941 nach Stavanger. Ab Juni1 941 war die Staffel in Tromsö eingesetzt.
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| colspan="3" | 13.07.1943: Die 1. Staffel wird zur 8./KG 26 (Kampfgeschwader), die 3. Staffel wird zur 2./SAGr 131 (Seeaufklärungsgruppe).
 
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| || colspan="3" | 1942: Der Stab der Küstenfliegergruppe 906 war bis zu seiner Umbenennung von Aalborg aus über der Nordsee eingesetzt. Die 1. Staffel lag zu Jahresbeginn in Stavanger und verlegte im Juli 1942 nach Billefjord. Die 2. Staffel war bis zu ihrer Auflösung am 11. April 1942 in Brest-Süd in Frankreich eingesetzt.Die in Tromsö eingesetzte 3. Staffel wurde 1942 auf die BV 138 umgerüstet.
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| || colspan="3" | 1943: Die 1. Staffel der Küstenfliegergruppe 906 wurde bis zu ihrer Umbenennung im Juli 1943 von Billefjord aus über der Nordsee eingesetzt. Die 3. Staffel lag zu Jahresbeginn in Tromsö und war mit der BV 138 ausgestattet. Sie wurde am 13. Juli1 943 zur 2. / Seeaufklärungsgruppe 131.
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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(Aus Lexikon der Wehrmacht)
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| colspan="3" | Biskaya-Sicherung (1940): Die Stationierung in Brest-Hourtin war entscheidend für den Schutz der ersten U-Boot-Heimkehrer in die neuen französischen Basen.
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| colspan="3" | Konvoi-Beschattung (1941-43): Von Tromsø und dem Billefjord aus lieferte die Gruppe (besonders die BV 138 der 3. Staffel) die Zielzuweisungen für die U-Boote gegen die Eismeer-Konvois (PQ/JW-Geleitzüge).
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| colspan="3" | Stützpunkt-Hopping: Die ständigen Verlegungen spiegeln die Prioritäten des B.d.U. wider – von der Nordsee-Sicherung hin zur Fernaufklärung im Atlantik und Nordmeer.
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! colspan="3" | Quellenangabe - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/| Invenio Online-Recherche]
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| BArch RL 10 || colspan="3" | Verbände der Fliegertruppe. Enthält die detaillierten KTB zu den genannten Verlegungen.
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten. Werdegänge der Beobachter und Piloten dieser Gruppe.
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| Lexikon der Wehrmacht || colspan="3" | [https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Kuestenfliegergruppen/Kuestenfliegergruppe906-R.htm| → 14. Küsten-Fliegergruppe 906]
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! colspan="3" | Literaturverweise
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| Gerhard Hümmelchen || colspan="3" | Die deutschen Küstenfliegergruppen 1935–1945. (Erläutert die komplexen Staffeltausche mit KFlGr 106, 506 und 506).
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| Jürgen Rohwer || colspan="3" | Chronik des Seekrieges. (Einsätze im Finnenbusen und bei Weserübung).
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| Lohmann/Hildebrand || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band 2, Abschnitt 170).
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Aktuelle Version vom 3. Februar 2026, 09:50 Uhr

Datenblatt Küsten-Fliegergruppe 906
Die Küstenfliegergruppe 906 (KFl.Gr. 906) war ein spezialisierter fliegender Verband, der für die U-Boot-Waffe besonders aufgrund seiner Einsätze im Westraum (Atlantikküste) und der engen Verzahnung mit den dortigen U-Boot-Stützpunkten relevant ist.
Entstehung und Gliederung (22.10.1939)
Stab: Aufgestellt in Kamp (He 60) aus Stab/706.
1. Staffel: Aufgestellt in Nest (He 60/114) aus 1./706.
2. Staffel: Aufgestellt in Hörnum (Do 18) aus 2./606.
3. Staffel: Aufgestellt in Norderney (He 59) aus 3./706.
Einsatzchronik und Standorte
1939 (Aufbau & Ostsee): Stab und 1. Staffel sicherten ab November von Pillau aus die Ostsee. 2. und 3. Staffel überwachten von Sylt und Norderney die Nordsee.
1940 (Westraum & Weserübung): Umrüstung auf He 115. Einsatz des Stabes und der 1. Staffel von Aalborg (Dänemark) über der Nordsee. Die 1. Staffel verlegte im Oktober nach Brest-Hourtin (Frankreich) zur Atlantikaufklärung. Die 3. Staffel operierte ab Juli von Amsterdam-Schellingwoude aus.
1941 (Atlantik & Eismeer): Die 1. Staffel sicherte von Stavanger die Nordflanke. Die 2. Staffel rüstete auf Ju 88 A um und kam über der östlichen Ostsee (Riga) zum Einsatz. Die 3. Staffel verlegte über Stavanger nach Tromsø, um die Eismeer-Konvois zu beschatten.
1942–1943 (Endphase): Umrüstung der 3. Staffel auf die dreimotorige BV 138 („Fliegender Holzschuh“) in Tromsø. Die 1. Staffel operierte zuletzt vom Billefjord (Spitzbergen-Raum) aus.
Auflösung und Umgliederung
11.04.1942: Auflösung von Stab und 2. Staffel.
13.07.1943: Die 1. Staffel wird zur 8./KG 26 (Kampfgeschwader), die 3. Staffel wird zur 2./SAGr 131 (Seeaufklärungsgruppe).
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Biskaya-Sicherung (1940): Die Stationierung in Brest-Hourtin war entscheidend für den Schutz der ersten U-Boot-Heimkehrer in die neuen französischen Basen.
Konvoi-Beschattung (1941-43): Von Tromsø und dem Billefjord aus lieferte die Gruppe (besonders die BV 138 der 3. Staffel) die Zielzuweisungen für die U-Boote gegen die Eismeer-Konvois (PQ/JW-Geleitzüge).
Stützpunkt-Hopping: Die ständigen Verlegungen spiegeln die Prioritäten des B.d.U. wider – von der Nordsee-Sicherung hin zur Fernaufklärung im Atlantik und Nordmeer.
Quellenangabe - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) Invenio Online-Recherche
BArch RL 10 Verbände der Fliegertruppe. Enthält die detaillierten KTB zu den genannten Verlegungen.
BArch PERS 6 Personalakten. Werdegänge der Beobachter und Piloten dieser Gruppe.
Lexikon der Wehrmacht → 14. Küsten-Fliegergruppe 906
Literaturverweise
Gerhard Hümmelchen Die deutschen Küstenfliegergruppen 1935–1945. (Erläutert die komplexen Staffeltausche mit KFlGr 106, 506 und 506).
Jürgen Rohwer Chronik des Seekrieges. (Einsätze im Finnenbusen und bei Weserübung).
Lohmann/Hildebrand Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band 2, Abschnitt 170).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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