|
|
|
| Datenblatt
|
Nachrichtenlehrgang für Fähnriche
|
|
|
|
|
| Der Nachrichtenlehrgang für Fähnriche zur See war ein obligatorischer Bestandteil der Offiziersausbildung. Er diente dazu, die Offiziersanwärter in die komplexen Kommunikations- und Signalverfahren der Kriegsmarine einzuführen, bevor sie ihren Dienst als Wachoffiziere auf U-Booten antraten.
|
|
|
|
|
| Ausbildungsziel und Standorte
|
|
|
| Das Ziel war die Beherrschung aller taktischen Nachrichtenverbindungen zwischen Schiffen, Landstellen und Flugzeugen.
|
| Hauptstandort: Die Ausbildung fand zentral an der Marinenachrichtenschule in Flensburg-Mürwik statt.
|
| Dauer: Der Lehrgang für Fähnriche dauerte in der Regel vier bis sechs Wochen, wobei die Zeitvorgaben gegen Kriegsende oft gestrafft wurden.
|
|
|
| Lehrinhalte und Signalwesen
|
|
|
| Die Fähnriche wurden sowohl in traditionellen als auch in modernen nachrichtentechnischen Verfahren geschult:
|
| Optisches Signalwesen: Beherrschung des Winkens (Flaggenalphabet) und des Lichtmorsens mittels Signalscheinwerfern. Diese lautlose Kommunikation war für U-Boote bei der Marschfahrt in Gruppen (Wolfsrudel) lebenswichtig.
|
| Funktechnik: Grundlegende Einweisung in die Bedienung der Kurzwellen- und Ultrakurzwellen-Sender. Ein Schwerpunkt lag auf der Funkdisziplin, um die Ortung durch den Gegner zu verhindern.
|
| Verschlüsselung: Praktisches Training an der Schlüsselmaschine Enigma (M-Serie). Die Fähnriche lernten das korrekte Verschlüsseln von Funksprüchen und den Umgang mit den täglich wechselnden Schlüsseltafeln.
|
|
|
| Taktische Nachrichtenübermittlung
|
|
|
| Ein wesentlicher Teil des Lehrgangs befasste sich mit der taktischen Auswertung:
|
| Signalbuch für die Kriegsmarine: Auswendiglernen der wichtigsten taktischen Gruppenzeichen, um Befehle des Führers der Unterseeboote sofort ohne langes Nachschlagen zu verstehen.
|
| Zusammenhang zur Ortung: Es gab Überschneidungen zum Ortungslehrgang, da die Fähnriche lernen mussten, wie sie die Ergebnisse der Funkmessbeobachtung (Radarwarnung) in standardisierte Meldungen fassten.
|
|
|
| Bedeutung für das Bordleben
|
|
|
| Nach Abschluss des Lehrgangs war der Offizier (oft als II. Wachoffizier) an Bord eines Bootes vom Typ VII C für den gesamten Nachrichtendienst verantwortlich. Er war der direkte Vorgesetzte der Funkmeister und Funkmaaten und bürgte für die korrekte Abwicklung des geheimen Schriftverkehrs und der Funkmeldungen.
|
|
|
| Relevanz für die U-Boot-Waffe
|
|
|
| Kommunikationssicherheit: Für spätere U-Boot-Männer war dieser Lehrgang die Basis, um die strengen Funkstille-Vorschriften und die Mechanismen der Funkführung durch den B.d.U. zu verstehen.
|
| Spezialisierung zum II. W.O.: Da der II. Wachoffizier auf U-Booten meist der Nachrichtenoffizier war, bildete dieser Lehrgang die zwingende Voraussetzung für die Übernahme dieser verantwortungsvollen Position (Verwaltung der Schlüsselmittel).
|
| Personalhistorische Einordnung: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) kennzeichnet dieser Lehrgang den Übergang von der akademischen Ausbildung zur praktischen waffentechnischen Spezialisierung.
|
|
|
| Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
|
|
|
| BArch RM 121 / 142 |
Lehrpläne und Prüfungsrichtlinien der Marinenachrichtenschule Mürwik für Offizierslehrgänge.
|
| BArch RM 3 / 1024 |
Dienstvorschriften über die Nachrichtenausbildung der Offiziersanwärter (1939–1945).
|
| BArch RM 121 / 642 |
Stammrollen der Fachschulen, die die Zuweisung der Fähnriche (z. B. Crew 39) dokumentieren.
|
|
|
| Literaturverweise
|
|
|
| Giessler, Helmuth |
Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst. (Standardwerk zur Entwicklungsgeschichte und Ausbildung im Nachrichtenwesen).
|
| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. |
Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band III, Kapitel zu den Nachrichtenschulen).
|
| Hildebrand, Hans H. |
Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien. (Bietet Kontext zur Bedeutung der Nachrichtenübermittlung im Seekrieg).
|
|
|
|
|
|
|
| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
|
|
|
| >>>>U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki<<<<
|
|
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
|