VII

Aus U-Boot-Archiv Wiki


U-Boot Typ VII
VII A
VII B
VII C
VII C/41
VII C/42
VII D
VII F

Entwicklungsgeschichte

Einhüllern Hochseeboot mittlerer Verdrängung mit außen gelegenen Tauchzellen und Haupttauch(regler)zelle im Druckkörper. Letzterer bestand aus Flußstahl von annährend 22 mm Dicke, voll verschweißt, ausgenommen der Bereich über den Hauptmotoren, der zur Erleichterung eines Austauschs genietet war. Die Akkumulatoren befanden sich in getrennten Abteilungen. Das Boot besaß zwei parallele Ruder; die Bugtiefenruder konnten nicht eingeklappt werden. Der in mehreren Varianten gabaute Typ VII bildete mit insgesamt mehr als 700 Booten zwischen 1935 und 1945 das Rückgrat der deutschen Unterseebootsflotte und repräsentierte die zahlreichste und einheitlichste Gruppe von Unterseebooten, die je gebaut worden sind. Wenn auch von einem einzigen Grundtyp stammend und mehrere allgemaine Konstruktionseigenschaften beibehaltend, unterschieden sich die Varianten doch in Leistung und Funktion.

Wie die aller deutschen Unterseeboote, so machte auch die konventionelle Artilleriebewaffnung der Boote des Typs VII während des Krieges beträchtliche Veränderungen durch. Besonders von 1942 an wurde die Flakbewaffnung hinsichtlich der verschiedenen Geschützmodelle und -kaliber erheblich verstärkt, und mit dem Wegfall des Oberdecksgeschützes stellte sie die einzige Überwasserbewaffnung bei diesem Bootstyp dar. Mit der zunehmenden Bedrohung durch feidliche Flugzeuge steigerte sich das Geschützkaliber von ursprünglich 2-cm in Einzel- oder Zwillingsaufstellung auf 3,7-cm in Einzelaufstellung, daneben kam in einigen Fällen auch eine sehr wirksame 2-cm Vierling zum Einsatz. Auch die Anzahl der einzelnen Waffen steigerte sich wesentlich. Im Mai 1943 wurden U 441 und andere VII C Boote (U 256, U 271, U 621, U 953 uvm.) mit einer 3,7-cm Flak (mit insgesamt 1160 Schuß) und 2,2-cm Vierlingsflaks (mit je 6000 Schuß) ausgerüstet. In dieser Hinsicht erlebten die Boote der Variante C die größten Veränderungen, und die letzten von ihnen wurden ohne U-Bootsgeschütz in Dienst gestellt. 1943 war es auch bei den meisten überlebenden Booten früherer Varianten, die im Atlantik operierten, entfernt worden, um mehr Platz für Flakwaffen zu schaffen (Außerdem bedeuteten mehr Flakwaffen eine Änderung der Gewichtsverteilung). Im Mittelmeer, wo die Aktivität feindlicher Flugzeuge weniger intensiv war, wurde das U-Bootsgeschütz bis zu Ende des Krieges beibehalten, aber auch hier wurde die Zahl der Flakwaffen gesteigert. Die ersten Boote der Variante VII D waren mit einem 8,8-cm Oberdecksgeschütz L/45 und einer normalen Munitionsausgabe von 220 schuß sowie mit einer 2 cm Flak in einzelaufstellung ausgerüstet. 1942 wurde das U-Bootsgeschütz, und die Bewaffung änderte sich in eine 3,7-cm und zwei 2-cm Flaks in Einzelaufstellung, wie bei den Booten der VII F Variante.

Von 1943 an begann man, die Boote des Typs VII mit dem ersten Modell einer beiklappbaren Schnorchel-Vorrichtng auszustatten, im allgemeinen an der Vorderkante des Turms angebracht. Bis zum Ende jenes Jahres waren alle Kampfboote damit ausgerüstet, und bei allen noch nicht in Dienst gestellten Booten war der Schnorchel in den Bau einbezogen worden.

Der Schorchel vergrößerte die Einsatzfähigkeit der Boote vom Typ VII beträchtlich. Die Batterien konnten während der Tauchfahrt aufgeladen werden, und er gestattete den Booten, unter Einsatz der Hauptmotoren bei einer Geschwindigkeit von 6 Knoten weite Entfernungen geschützt unter Wasser zurückzulegen. Die Überlebenschance hatte sich vergrößert, selbst in Seegebieten, wo es in hohem Maße eine Bedrohung aus der Luft gab. Nichtsdestoweniger war der Typ VII 1943/1944 am Ende seiner kurzen, aber umfassenden Einsatzperiode angelangt. Wie andere konventionelle Boote hatten auch ihn die damaligen U-Jagtwaffen und -taktiken entscheidend geschlagen.

Am 01.09.1939 befanden sich 19 Boote vom Typ VII im Dienst. Zehn davon waren von der Variante A (diese waren im Zusammenhang mit dem spanischen Bürgerkrieg eingesetzt worden, ohne aber in Kampfhandlungen verwickelt worden zu sein) und neun waren Boote der Variante B. Weitere 15 Boote der Variante B waren zusammen mit zahlreichen Booten der neuen Variante C im Bau.

Zwischen 1939 und 1945 waren 705 Boote des Typs VII in Dienst gestellt worden. Sie operierten hauptsächlich im Atlantik, in der Nordsee und in der Arktis. Mehrere Boote befanden sich in der Ostsee und 64 operierten im Mittelmeer. Ein Boot vom Typ VII, das vor Kptlt. Fritz-Julius Lemp geführte U 30, torpedierte den britischen Passagierdampfer Athenia (13.581 BRT), der am nächsten Tag sank, das erste Opfer eines Unterseebootes im Zweiten Weltkrieg. Das erste und das letzte während des Krieges verlorengegangene Boot waren ebenfalls vom Typ VII (U 27, am 20.09.1939 und U 320, am 08.05.1945). Das erste Boot, das während des Krieges gekapert wurde, gehörte ebenfalls zu Typ VII (U 570, am 27.08.1941). Das erste den Briten bei der Kapitulation übergebene Boot war U 249 vom Typ VII.

Von den fast 3000 Handelsschiffen, die während des Zweiten Weltkrieges deutschen U-Booten zum Opfer fielen, versenkten mehr als 50% Boote vom Typ VII. Zwei dieser U-Boote erzielten die höchsten Ergebnisse des Krieges: U 48 versenkte 53 Schiffe mit insgesamt 312.480 BRT und U 99 versenkte 38 Schiffe mit insgesamt 244.749 BRT. Zu diesen Erfolgen können die Beschädigungen mehrerer großer Kriegsschiffe und die Versenkungen zahlreicher kleinerer Fahrzeuge hinzugerechnet werden.

Von besonderer Bedeutung waren die Versenkung des britischen Flugzeugträgers HMS Courageous durch U 29, das erste große Kriegsschiff, das während des Krieges verlorenging. Weiterhin die HMS Ark Royal, torpediert duch U 81 und U 205 im westlichen Mittelmeer, wodurch die Force H in Gibraltar ihres Flugzeugträgers beraubt wurde. Und außerdem die Versenkung des britischen Schlachtschiffes HMS Royal Oak in seinem vermeintlichen sicheren Stützpunkt in Scapa Flow.

Von den 705 Booten des Typs VII, die vor dem Mai 1945 in Dienst gestellt wurden, gingen 437 im Kampf verloren. Bei den übrigen Booten trat der Verlust aus anderen Ursachen ein, hauptsächlich durch Bombenangriffe auf Häfen und Werften. Insgesamt 165 Boote wurden von ihren Besatzungen selbst versenkt oder bei der Kapitulation den Alliierten übergeben. U 977 verließ Norwegen und erreichte nach einer ununterbrochenen Tauchfahrt von 66 Tagen am 17.08.1945 Argentinien, wo seine Besatzung interniert wurde.

U-Boot-Typen

Meine Werkzeuge