Lorient

Aus U-Boot-Archiv Wiki


Allgemeines

Französische Hafenstadt an der Biscaya. Lorient ist eine Stadt in der Bretagne. Sie liegt im Département Morbihan am Ufer des Flusses Blavet. Unter Napoleon wurde der Hafen von Lorient zum Kriegshafen umfunktioniert, der er auch im Zweiten Weltkrieg sein sollte. Die Deutsche Wehrmacht besetzte die Stadt und richtete im Hafen einen U-Boot-Stützpunkt ein. Die gebauten U-Boot-Bunker machte Lorient natürlich zu einem Ziel des Luftkriegs der Alliierten, der die Stadt schließlich fast vollständig zerstören sollte.

Die U-Boot-Bunker in Lorient stellten während des Zweiten Weltkrieges hinsichtlich ihrer Ausdehnung den größten deutschen U-Boot-Stützpunkt dar. Hier wurden allein sechs einzelne Bunker unterschiedlicher Größe mit Liege- und Dockplätzen für die Boote gebaut und in Betrieb genommen, ein siebter blieb unvollendet. Charakteristisch für die Bunkeranlagen in Lorient sind zwei außergewöhnliche Konstruktionen, die an keinem anderen deutschen Stützpunkt vorhanden waren und von denen eine lediglich für den Bremer U-Boot-Montagebunker Valentin in stark abgewandelter Form geplant war, aber nicht zur Ausführung kam:

- die bereits 1936 französischerseits errichtete Slipanlage im Fischereihafen. In ihrem Anschluss befand sich eine Drehscheibe und zwei unikate Dombunker, die heute noch vorhanden sind.

- die verbunkerte Aufschleppanlage und die Schiebebühne zwischen den beiden auf dem Festland errichteten Bunkern Kéroman I und II.

Eine weitere Besonderheit der Kéroman-Anlagen ist die inzwischen als Museum genutzte Ausbildungsanlage für U-Boot-Rettungsausstiege. Die hohen Verlustzahlen der U-Boot-Waffe machten es notwendig, den Umgang mit dem Tauchretter eingehend zu üben. Hierzu wurde ein an Kéroman II angebauter Bunker errichtet und mit entsprechenden Einrichtungen zur Simulation von Notausstiegen ausgerüstet. Der von den Deutschen als Tauchtopf bezeichnete, später von den französischen Seeleuten in „Tour Davis“ umgetaufte Übungsstand war bis zur Aufgabe des Stützpunktes Ausbildungsort für U-Bootfahrer. Der Tauchtopf ist bis auf kleinere Modifikationen heute noch im Originalzustand zu besichtigen.

Ein weiteres Detail der Anlagen in Lorient sind zwei Wracks im Hafenbecken direkt vor Kéroman III, die von den deutschen Truppen dort versenkt wurden, um Torpedoflugzeuge daran zu hindern, die Schleusentore anzugreifen. Diese Schiffe waren nach dem Ersten Weltkrieg an Frankreich gegangene Reparationsleistungen.

Zwischen 1940 und 1942 befand sich die Dienststelle des BdU, Konteradmiral Karl Dönitz, auf der westlich der Kéroman-Anlagen gelegenen Halbinsel Kernével, die zu dem Lorienter Vorort Larmor gehört. In Larmor Plage und auf der Halbinsel von Gâvres befand sich zudem jeweils eine verbunkerte Küstenbatterie.

Bis Mitte der 1990er Jahre dienten die Bunkerkomplexe im „Port de Pêche“ und auf der Halbinsel Kéroman der französischen Marine. Heute beherbergen sie ausschließlich zivile Nutzer und liegen in Teilen brach. Auf dem Gelände wurden zudem einige Werfthallen für den Bau von Segelbooten errichtet. Der Bereich vor der Aufschleppe der Dombunker wurde umgestaltet; dort befindet sich heute eine Rampe für das Wassern von Segelbooten. Da sich der vollständige Abbruch der Anlagen als zu kostspielig erwiesen hat, wurden nur Teile von Kéroman IV und des Bahnhofs abgebrochen. Kéroman III und der Tauchturm können im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Fast der gesamte Bereich der Kéroman-Basis ist zumindest von außen für Besucher zugänglich.

Lorient liegt auf Position: 47° 45′ 0″ N - 3° 22′ 0″ W.


In Lorient waren Stationiert:

Häfen, Stützpunkte und U-Boot-Bunker

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